Von Klassik bis Glenn Miller

Einen Kulturmarathon versprach die sechste Nordthüringer Kulturnacht in Sondershausen, Nordhausen, Bleicherode und in der Kurstadt Bad Frankenhausen, die sich das erste Mal beteiligte.

Die Ilmtal-Jazz-Band ließ zum Abschluss der Kulturnacht im Achteckhaus-Keller noch einmal richtig Stimmung aufkommen.  Foto: Henning Most

Die Ilmtal-Jazz-Band ließ zum Abschluss der Kulturnacht im Achteckhaus-Keller noch einmal richtig Stimmung aufkommen. Foto: Henning Most

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Sondershausen. In Sondershausen hatte das Kulturamt der Stadt allerhand auf die Beine gestellt, und man zeigte sich zufrieden mit der Resonanz des Publikums. An die zweihundert Kulturhungrige begaben sich auf einen sehr abwechslungsreichen Pfad der Kunst und Kultur.

Es war zugleich der erste schöne Frühlingstag mit milden Temperaturen, sodass es sehr angenehm war, die einzelnen Veranstaltungen auf dem Gelände des Schlossensembles zu besuchen. Ganz gut zu Fuß erreichte man die einzelnen Programmpunkte, dennoch musste man schnellen Schrittes sein, um das gesamte Angebot zu nutzen. Dies erwies sich aber als schwierig, denn zeitlich waren Überschneidungen im Ablauf zu ersehen.

Viele Gäste bedauerten dies, dennoch genossen sie die Kulturnacht, die Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) 18 Uhr im Riesensaal des Schlosses mit einer kurz gehaltenen Rede eröffnete.

Anschließend begann der kulturelle Reigen mit einem sehr aufschlussreichen Konzert mit dem Pianisten Felix Reuter im Riesensaal am legendären Liszt-Flügel. Felix Reuter interpretierte die großen Meister der Klassik auf seine ganz eigene Weise und gab dem Publikum zu verstehen, wer von wem die Noten eventuell abgekupfert hatte. Mit Humor und temperamentvoller Gestik hatte er mit seiner Classic-Comedy-Show schon mal eine anspruchsvolle Vorlage an dem Abend geliefert.

Wem es zur Barmusik hinzog, der war im Vestibül genau richtig. Hier brachte Irene Steußloff aus Sondershausen ihre wunderbare Stimme den verhältnismäßigen wenigen Gästen zu Gehör. Sie wurde am Piano von Alexander Grüner begleitet, der mit kleinen Einlagen die Gäste direkt ansprach.

Matthias Deichstetter, Chef der Kreismusikschule sowie der "Little Big Band", rundete mit Trompeteneinlagen die Barmusik ab. Spannend ging es bei den Geschichten hinter Bildern zu, denn die Ahnengalerie des Schlosses hatte da viel zu erzählen. Zwei Damen im historischen Gewande führten die Besucher durch das Labyrinth der Vorfahren des Sondershäuser Schlosses, und zu jedem gab es eine kleine Geschichte.

Um Bilder ging es auch in der offenen Galerie in der Sonderausstellung "Black Dust". Tine Günther und Martin Feistauer, Absolventen der Burg Giebichenstein in Halle, luden zum Galeriegespräch ein. "Black Dust" mit seinen ausdrucksstarken und zum Nachdenken animierenden Werken stand dabei im Mittelpunkt – noch zu sehen bis zum 15. April im Schloss.

Einen Steinwurf entfernt konnten die Besucher im altehrwürdigen Liebhabertheater eine Kostprobe des Stückes "Der Revisor" von Nicolai Gogol erleben. Über zwanzig Jahre besteht mittlerweile der Sondershäuser Freundeskreis Liebhabertheater und wird in naher Zukunft sowie seit Langem wieder mit dieser Aufführung die kulturelle Landschaft der Stadt bereichern.

Nostalgisch ging es im Blauen Saal des Schlosses zu: Hier gaben sich Solisten des Nordhäuser Theaters ein Stelldichein und präsentierten unter dem Titel "Schlösser, die im Monde liegen" Melodien aus Oper und Operette. Wer sich das Schloss gern einmal von unten anschauen wollte, begab sich auf die Spuren des Kellermeisters, verpasste somit aber den Beginn der Abschlussveranstaltung im Souterrain des Sondershäuser Achteckhauses.

Mit der Ilmtal-Jazz-Band und Musik von Dixieland aus den Zwanzigern über Glenn Miller bis hin zu den schönen "roten Lippen" fanden die Sondershäuser Veranstaltungen zur sechsten Nordthüringer Kulturnacht zu Mitternacht einen ausgelassenen Abschluss.

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