Erinnerung an einen Burgexperten: Vor 100 Jahren ist Otto Piper gestorben

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Erfurt.  Otto Piper (1841 bis 1921) gilt als ein Begründer der wissenschaftlichen Burgenforschung. 1895 erschien sein beeindruckendes Standardwerk „Burgenkunde“.

Otto Piper ist heute vor allem als Autor der „Burgenkunde“ und Erfinder dieses Begriffs bekannt.

Otto Piper ist heute vor allem als Autor der „Burgenkunde“ und Erfinder dieses Begriffs bekannt.

Foto: Birgit Schellbach (Symbolfoto)

Als den am meisten bekannten deutschen Burgbau pries er die Wartburg. 1895 war das. Damals war die erste Auflage der „Burgenkunde“ erschienen. Bis heute gilt das Buch von Otto Piper, der genau vor 100 Jahren starb, als Standardwerk der Burgenforschung.

Natürlich kommt Thüringen, wo an jeder Ecke eine Burg steht und das Deutsche Burgenmuseum zu finden ist, immer wieder vor. Doch nur wenige Burgen erhalten eine echte Würdigung: „Der Massenhaftigkeit der vorhanden gewesenen Burgen entspricht es, dass die geschichtliche Bedeutung der einzelnen mit seltensten Ausnahmen — so etwa die Marienburg, Wartburg, Hohentwiel, Tirol — völlig belanglos gewesen ist.“ Ein ganzes Kapitel ist dem Palas der Wartburg gewidmet. Jedes technische Detail wird erklärt. Von den Bleiplatten auf dem Dach, die bei einem Brand weggeschmolzen sind, bis hin zum Badehaus neben der Backstube. Es ist erstaunlich, welches Wissen Otto Piper, dieser Advokat aus Mecklenburg, zusammengetragen hat. Er spart auch nicht mit Kritik.

Thüringen erinnert mit Ausstellung an Piper

Die Renovierung der Wartburg ab 1853, die einer Bewegung der Rückbesinnung folgte, erschien ihm alles andere als geglückt: „Wenn es hier die fast selbstverständliche Aufgabe war, die Burgen möglichst getreu in der Weise ihrer baulichen Glanzzeit wiederherzustellen, so ist das freilich auch nur in ebenso verschiedenem Maße gelungen. Besonders wenig bei der Wartburg…“

Dass die Wartburg zum Weltkulturerbe gehört, hätte Otto Piper vermutlich erfreut. In Thüringen wird an ihn mit einer Ausstellung erinnert. Wie könnte es anders sein – auf der Veste Heldburg, dem Deutschen Burgenmuseum. Coronabedingt öffnet die Schau erst am 18. Juli. Ulrich Großmann, der bis 2019 Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg war und als einer der Gründer des Museums auf der Veste Heldburg gilt, will in einem Vortrag am 1. August neue Forschungsergebnisse zu Otto Piper vorstellen.

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