Weimar feiert den 300. von Carl Philipp Emanuel Bach

Weimar. Hätte Carl Philipp Emanuel Bach am Samstag den Feierlichkeiten anlässlich seines auf den Tag genau 300. Geburtstages beiwohnen können, er wäre wohl wie die vielen Besucher begeistert gewesen.

Carl Vetter, seiner Familie gehörte einst das inzwischen abgerissene Hotel Erbprinz am Markt - in diesem Haus wohnte die Bach-Familie. Myriam Eichberger, die Vorsitzende des Vereins "Bach in Weimar", Veranstalterin der Geburtstagsfeier. Foto: M. Schuck

Carl Vetter, seiner Familie gehörte einst das inzwischen abgerissene Hotel Erbprinz am Markt - in diesem Haus wohnte die Bach-Familie. Myriam Eichberger, die Vorsitzende des Vereins "Bach in Weimar", Veranstalterin der Geburtstagsfeier. Foto: M. Schuck

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Bedankt hätte er sich beim Verein "Bach in Weimar" und vor allem bei der Vorsitzenden Professor Myriam Eichberger, die unerschrocken für den Bau eines neuen Weimarer Bach-Hauses wirbt und in ihrer Begrüßungsrede vor der Fassade über Bachs einstiger Wohnstätte unter freiem Himmel und viel Beifall skandierte: "Die Mauer muss weg!".

Von der Geburtsstätte Carl Philipp Emanuel Bachs sind nur die Kellergewölbe erhalten, im freien Oberbau mit Gedenktafel befindet sich heute ein Parkplatz. Umrahmt wurden die Eröffnungs- und Protestnoten durch das Bach-Ensemble Weimar und Klaus-Jürgen Teutschbein. Anschließend pilgerten die Geburtstagsgäste in die Herderkirche, wo sie am Taufort von Carl Philipp Emanuel Bach ein Konzert des Ensembles Hofmusik Weimar erwartete.

Am Ende eines programmatisch wie organisatorisch rundum gelungenen Geburtstages hätte sich "Carlchen" Bach bedanken dürfen bei Studierenden der Weimarer Musikhochschule, bei den Pianistinnen Elisabeth Brauß und Heidrum Holtmann, bei Christine Schornsheim, bei dem Ensemble Clematis (Brüssel) und vielen anderen, die sich im Festsaal des Fürstenhauses sowie im Schießhaus einstellten.

Und "Carlchen" Bach hätte erlebt, dass sein interpretatorischer Hinweis "Aus der Seele sollst du spielen und nicht wie ein abgerichteter Vogel" im galanten "Coffee-Concert" des Amsterdamer Ensembles Les Ambassadeurs einen adäquat hinreißenden Ausdruck fand. Drei Botschafter des guten Geschmacks spielten des Jubilars Triosonaten, wobei Alexis Kossenko auf der Traversflöte unerhört individuelle, meditative Töne hervorzauberte.

Auf den Ohrenschmaus folgten nach dem Anschnitt der von 300 Teelichtern umrahmten Geburtstagstorten die Gaumenfreuden. Das Gedränge hätte "Carlchen" Pläsier gemacht, denn er hätte verstanden, dass sich die Erdenbewohner trotz der Schönheit aller Musik gern an Gegenständlichem erfreuen: an leckeren Torten wie an einem möglicherweise entstehenden Weimarer Bachhaus.

Der berühmteste Sohn aus der Bach-Familie

Carl Philipp Emanuel Bach - 8. März 1714 bis 14. Dezember 1788 - auch der Berliner oder Hamburger Bach genannt, war ein Komponist und Kirchenmusiker aus der Familie Bach. Er war der berühmteste der Bachsöhne und genoss in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts uneingeschränkte Bewunderung, vor allem als Lehrer und Komponist von Werken für Tasteninstrumente.

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