Deutlich mehr Seiteneinsteiger an Thüringer Schulen

Erfurt.  Die Bildungsgewerkschaft GEW mahnt bessere Bedingungen für Qualifizierung und fachliche Begleitung für Seiteneinsteiger in den Schuldienst an.

Bewerber mit abgeschlossener Lehramtsausbildung haben in Thüringen weiter den Vorrang, doch in diesem Jahr hat das Land bereits 129 Seiteneinsteiger in den Schuldienst übernommen (Symbolbild).

Bewerber mit abgeschlossener Lehramtsausbildung haben in Thüringen weiter den Vorrang, doch in diesem Jahr hat das Land bereits 129 Seiteneinsteiger in den Schuldienst übernommen (Symbolbild).

Foto: Ina Fassbender / dpa

Thüringen hat in diesem Jahr bislang 129 Seiteneinsteiger in den Schuldienst übernommen. Das sind fast 16 Prozent aller Neueinstellungen, damit hat sich die Zahl der Einstellungen von Lehrkräfte, die ohne traditionelles Lehramtsstudium unterrichten, im Vergleich zu 2019 mehr als verdoppelt. Nach jahrelanger Zurückhaltung komme das einem Paradigmenwechsel gleich, so ein Sprecher des Bildungsministeriums.

Interessenten würden offensiv angesprochen, was auf zunehmendes Interesse stoße. Die Mehrheit der Quereinsteiger ist für Mangelfächer wie Naturwissenschaften in den Grenzregionen im Norden und Süden des Freistaates eingesetzt, wo sich nicht ausreichend Lehramtsabsolventen bewerben. Am Prinzip, wonach Bewerber mit abgeschlossener Lehramtsausbildung den Vorrang haben, werde aber festgehalten.

Die Bildungsgewerkschaft GEW verweist auf einen zum Teil hohen Nachholbedarf sowohl in der methodischen und didaktischen Vorqualifizierung als auch bei der fachlichen Begleitung der Seiteneinsteiger. Dies sei aber dringend geboten, sonst drohten die angehenden Lehrer an den Realitäten in den Schulen zu scheitern. Wegen Personalmangel liefen auch die Nachqualifikationen, die bis zu 24 Monate dauern, nicht optimal.

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