Erneut Debatte über das Schreiben lernen

Erfurt. Bildungsministerium diskutiert am Mittwoch mit Lehrern darüber, wie Kinder die Schriftsprache lernen.

Ein Mädchen der vierten Klasse steht an der Tafel der Erfurter Bechstein-Schule. Archiv-Foto: A. Volkmann

Ein Mädchen der vierten Klasse steht an der Tafel der Erfurter Bechstein-Schule. Archiv-Foto: A. Volkmann

Foto: zgt

"Lehrer und Eltern sind irritiert", sagt Rigobert Möllers vom Institut für Lehrerfortbildung (Thillm). Nachdem die Art und Weise, wie Thüringer Kinder schreiben lernen, in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert worden ist, kommt das Thema jetzt auf den Prüfstand: auf einer Tagung zum Schriftsprachenerwerb, die heute im Thillm stattfindet.

Aber: "Wir rudern nicht zurück", sagt Möllers. Man wolle nur noch einmal die Positionen klarstellen. Debattiert wurde in der Öffentlichkeit vor allem das seit 2010 im Thüringer Lehrplan verankerte Schreibenlernen nach dem Hören sowie die Frage, ob Kinder die Druck- oder Schreibschrift erlernen.

Es gehe allerdings nicht darum, den Lehrplan umzuschreiben, betonte auch der Sprecher des Bildungsministeriums, das ebenfalls vertreten sein wird, gestern gegenüber unserer Zeitung. "Wir möchten die Debatte aufgreifen und eine Bestandsaufnahme machen", sagte Ministeriumssprecher Gerd Schwinger. Es gelte herauszufinden, wo Thüringen im gesamtdeutschen Vergleich stehe.

Zur fachlichen Unterstützung haben sich Thillm und Ministerium die Erziehungswissenschaftlerin Renate Valtin von der Berliner Humboldt-Universität geladen. Ein von ihr entwickeltes Modell zum Schriftsprachenerwerb setzt auf das Prinzip "Schreibe, wie du sprichst".

Möglicherweise, so Gerd Schwinger, werde man beschließen, neue fachliche Empfehlungen für die Grundschulen zu erarbeiten — keinen neuen Lehrplan also, sondern eine Handreichung, wie mit dem bestehen­­­­­- den umzugehen ist.

Leitartikel zum Thema von Mirko Krüger

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