Hochwind sucht nach Zustimmung zum Schulentwicklungsplan

Kyffhäuserkreis. "Es sieht nicht danach aus, dass der momentan vorliegende Entwurf der Schulentwicklungsplanung eine Mehrheit im Kreistag finden wird", sagt Landrätin Antje Hochwind (SPD).

Eine Sanierung aller Schulen im Kreis würde rund 40 Millionen Euro kosten, finanzierbar wären höchstens 20 Millionen, sagt Landrätin Antje Hochwind. Archiv-Foto: Wilhelm Slodczyk

Eine Sanierung aller Schulen im Kreis würde rund 40 Millionen Euro kosten, finanzierbar wären höchstens 20 Millionen, sagt Landrätin Antje Hochwind. Archiv-Foto: Wilhelm Slodczyk

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Klar, ihre Sozialdemokraten würden das Papier so beschließen, aber CDU und Linke - eine von beiden Parteien braucht Hochwind, um die Schulentwicklung auf den Weg zu bringen - wollen sich nicht mit den Schulschließungen abfinden. Sieben von 13 Grundschulen im Kyffhäuserkreis sollen laut dem Entwurf in den nächsten Jahren dicht gemacht werden. Die CDU legte sich bereits Anfang des Jahres mit einem Parteitagsbeschluss darauf fest, dass mit ihren Stimmen keine einzige Schule geschlossen wird.

Die Linke war da ungleich vorsichtiger, als sie im Wahlprogramm zur letzten Kreistagswahl formulierte: "Keine Schule darf aus finanziellen Gründen geschlossen werden." Demzufolge ist auch die Argumentation der Landrätin nun eine andere: "In der bisherigen Debatte wurde der finanzielle Aspekt überbetont. Es ist auch eine Frage der Qualität der Ausbildung." Falle in einer der Dorfschulen eine Lehrerin krankheitsbedingt aus, dann sei das oftmals gleichbedeutend mit Unterrichtsausfall. In größeren Schulen gebe es mehr Lehrer, also könnte man sich dort auch leichter einmal vertreten.

Am Ende ist es doch eine Frage des Geldes

Es wird deutlich: Die Landrätin sucht eine Mehrheit für den Schulentwicklungsplan. Und sie ist durchaus zu Zugeständnissen bereit. Allerdings nur, wenn sie auch finanzierbar sind.

Erneut nennt sie die bekannten Zahlen: Eine Sanierung aller Schulen im Kreis würde rund 40 Millionen Euro kosten, finanzierbar wären höchstens 20 Millionen. Wer mehr Schulen erhalten wolle, müsse auch sagen, woher das Geld kommen soll, sagt die Landrätin. Das oft vorgebrachte Argument, man müsse sich ja nicht ausschließlich durchsanierte Luxusschulen zum Ziel machen, weist sie zurück.

Würden die am Ende verbleibenden Schulen nicht wirklich umfassend modernisiert, dann wäre das Problem nur vertagt. Und in ein paar Jahren müssten das nächste Mal Schulden gemacht werden, um weitere Sanierungen vorzunehmen. "Wir finanzieren mit der Sanierung die Zukunft unserer Kinder mit dem Geld unserer Kinder", sagte Hochwind mit Blick auf die nötige Neuverschuldung für das Sanierungsprogramm. Eine weitere viel diskutierte Variante wäre, die von der Schließung bedrohten Schulen länger geöffnet zu lassen. Denn noch stimmen ja die Schülerzahlen.

So könnte Hohenebra zum Beispiel bis 2018 weiter betrieben werden und müsste nicht schon 2015 geschlossen werden. "Dann müssten wir aber auch in diesen Schulen zwingend in den Brandschutz investieren", sagt Antje Hochwind. Denn die Ausnahmegenehmigung gelte nur bis 2015. Und dann würde man zigtausende Euro für Brandschutztüren und Nottreppen in Schulen investieren, die wenige Jahre später doch geschlossen würden. Die Verhandlungen über den Schulnetzplan im Kyffhäuserkreis werden also weiterhin sehr zäh laufen.

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