Junge Leute packen in der Denkmalpflege an

Landkreis  Seit 14 Jahren unterstützt die Jugendbauhütte Mühlhausen Projekte im gesamten Landkreis

Die FSJ-ler der Jugendbauhütte Mühlhausen am Spittel in Großengottern. Foto: Jens Hasert

Die FSJ-ler der Jugendbauhütte Mühlhausen am Spittel in Großengottern. Foto: Jens Hasert

Foto: zgt

Mehr als 300 junge Leute haben in den vergangenen Jahren tatkräftig Vereine und Kommunen im Unstrut-Hainich-Kreis bei ihren Projekten rund um den Denkmalschutz unterstützt. Sie alle absolvierten ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) bei Denkmalpflege-Einrichtungen in ganz Deutschland, koordiniert von der Jugendbauhütte Mühlhausen.

14 derartige Einrichtungen gibt es in Deutschland, sie stehen unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, erklärt der hiesige Projektleiter Jens Hasert. Neben der Arbeit in den Museen, Baufirmen oder anderen kirchlichen und staatlichen Einrichtungen, finden sechs Mal jährlich einwöchige Bildungsseminare statt.

Die 20 FSJ-ler dieses Jahrganges führte es nun zum wiederholten Mal an den „Spittel“ nach Großengottern. Schwerpunkt der praktischen Arbeit sei das Hospitalgebäude gewesen, wie Hasert erläutert. Die jungen Leute im Alter zwischen 16 und 22 Jahren bereiteten die Räume für die anstehenden Innenputzarbeiten vor, nahmen alten Lehmputz von der Wand und säuberten das Fachwerk. „Alles in allem eine ziemlich staubige Angelegenheit“, sagt Hasert. Ein zehn Kubikmeter fassender Container wurde mit Schutt gefüllt.

Der Förderverein zur Erhaltung des „Spittel“ ist für die Hilfe dankbar. Nachdem schon zwei der Nebengebäude vollständig restauriert wurden, soll in diesem Jahr noch das Hospitalgebäude fertig werden, so das ambitionierte Ziel. „Was die jungen Leute in der Woche schafften, hilft dem Verein enorm“, sagt die Vorsitzende Veronika Klein. Den Gegenwert könne man sicher in einigen tausend Euro beziffern.

Das nächste Projekt soll die jungen Leute im Mai zum Opfermoor und in den Nationalpark Hainich führen. Dort werde der germanische Kultpfad restauriert, kündigte Hasert an. Die Jugendbauhütte Mühlhausen ist für ganz Thüringen zuständig. Projekte, die im Landkreis von der Arbeit profitierten, waren unter anderem die bauarchäologischen Untersuchungen des Rathausbodens in Mühlhausen oder die Freilegung eines Kellers am Haus „Leinecke“ in Bad Langensalza. Dabei konnte ein romanischer Keller nachgewiesen werden und ein Brunnen wurde entdeckt – also auch wissenschaftlich gesehen ist die Arbeit wertvoll.

Angelehnt ist der Name der Jugendbauhütte, die seit 2003 in Mühlhausen agiert, an die Bauhütten im Mittelalter, die organisiertes Bauen an Großprojekten ermöglichten und die soziales Absicherung der Handwerker und Arbeiter gewährleisteten, erklärt der gelernte Steinmetz Jens Hasert.

Für dieses Jahr, ab September, werden noch junge Leute für das FSJ gesucht. Voraussetzung ist ein Schulabschluss und das Interesse an der Denkmalpflege.

Infos und Kontakt unter: fsj.denkmal.th@ijgd.de

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