Berlin. Weihnachten steht vor der Tür und die Corona-Zahlen steigen. Was, wenn man sich nun infiziert hat? Die wichtigsten Antworten zum Fest.

„Ich kann leider nicht kommen, ich habe Corona“ – dieser Satz wird auch an diesem Weihnachten wohl das ein oder andere Mal fallen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ist die Zahl der Atemwegserkrankungen in Deutschland in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Neben RSV gehört das Coronavirus dabei zu den am häufigsten nachgewiesenen Infektionen. Dazu passen auch die Daten des Abwassermonitors: Die dort gemessene Viruslast ist in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen. Doch was sollte man machen, wenn man sich vor den Festtagen infiziert? Lieber alleine zu Hause feiern oder trotzdem zur Verwandtschaft fahren? Und wie lange ist man nach einer Infektion ansteckend? Die wichtigsten Informationen für die Weihnachtsfeiertage.

Corona: Inkubationszeit & Infektionsdauer – Wie lange ist man nach einer Infektion ansteckend?

Grundsätzlich gilt: Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, kann andere anstecken – auch wenn keine Symptome auftreten. In der Regel ist das Ansteckungsrisiko aber in der Zeit kurz vor oder nach dem Symptombeginn an größten. Anschließend sinkt es langsam wieder ab. Doch auch schon in der Inkubationszeit, also der Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, kann das Virus theoretisch an andere Menschen übertragen werden. „Die Infektionsdauer ist leider individuell und in Abhängigkeit des viralen Erregers sehr unterschiedlich“, sagt der München Infektiologe Christoph Spinner. „Als Faustregel kann gelten, dass bei allen viralen Atemwegsinfektionen die Wahrscheinlichkeit der Übertragung in den ersten fünf Tagen nach Symptombeginn besonders hoch und etwa 48 Stunden nach Symptomende keine relevante Gefahr mehr besteht“, erklärt der Experte.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung deuten Studien darauf hin, dass bis zu neun Tage nach Symptombeginn Erreger ausgeschieden werden können. Das heißt: In dieser Zeit könnten sich potenziell auch andere Menschen anstecken. Eine ähnliche Einschätzung gibt es auch vom RKI: Dort heißt es, es sei davon auszugehen, dass bei einem milden bis moderaten Verlauf die Ansteckungsfähigkeit zehn Tage nach dem ersten Krankheitszeichen deutlich zurückgehe.

Corona-Infektion an Weihnachten: Was ist mit dem Besuch bei Verwandten?

Auch wenn es keine allgemeine Isolationspflicht bei Corona-Infektionen mehr gibt, rät das Robert Koch-Institut grundsätzlich dazu, bei einer Atemwegserkrankung drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung der Symptome zu Hause zu bleiben. Vor allem der Kontakt zu älteren Personen oder Menschen mit Vorerkrankungen sollte in dem Zeitraum vermieden werden.

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Für Weihnachten gilt daher: Solange Symptome auftreten, ist es ratsam, Vorsicht walten zu lassen. Dazu rät auch Experte Spinner: „Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet lieber mal auf einen Besuch mit Symptomen einer Atemwegsinfektion oder stellt zumindest sicher, dass alle das Risiko kennen und vertreten können und wollen.“

Das trifft auch dann zu, wenn zwar Symptome auftreten, der Test aber negativ ist. „Auch neben SARS-CoV-2 gibt es viele Ursachen für virale Atemwegserkrankungen, wie die echte Virusgrippe (Influenza), Rhinoviren, RSV und andere“, sagt Infektiologe Spinner. Daher sei es grundsätzlich ratsam, bei Symptomen einer Atemwegserkrankung die Öffentlichkeit und Familienfeiern eher zu meiden.

Keine Corona-Symptome mehr, aber der Test ist trotzdem noch positiv: Ist man noch ansteckend?

„Antigen-Tests bleiben häufig auch Tage über die Infektiosität hinaus positiv, weshalb sie keine sichere Vorhersage bezüglich der Übertragungswahrscheinlichkeit liefern“, sagt Experte Spinner. Von daher gelte in diesem Fall: „Wer mindestens eine Woche gewartet hat und zwei Tage symptomfrei ist, geht im Allgemeinen nur ein geringes Risiko der Übertragung ein.“

Kann man etwas tun, um schneller wieder gesund zu werden?

Wer nicht zu einer Risikogruppe gehöre, brauche keine spezielle antivirale Therapie, sagt der Infektiologe. Er rät daher: „Schonen Sie sich und machen Sie, was Ihnen guttut! Meistens vergehen virale Atemwegs-Infektionen auch so schnell, wie sie gekommen sind.“