Berlin. Wer trotz Glätte und Schnee mit dem Fahrrad fahren möchte, sollte einiges beachten. Mit diesen Tipps fahren Sie auch im Winter sicher.

  • Das Fahrradfahren wird im Winter häufig durch widrige Straßenverhältnisse erschwert
  • Um dennoch sicher auf den Straßen unterwegs zu sein, sollte einiges beachtet werden
  • Wie Sie sich optimal auf Glätte und Schnee vorbereiten

Kälte, Dunkelheit, mitunter Glätte oder Schnee – der Winter birgt für Menschen, die auf dem Fahrrad unterwegs sind, besondere Herausforderungen.

Doch mit der richtigen Ausstattung und ein paar Tricks sind Fahrrad und Radfahrende gut vorbereitet, auch in der dunklen Jahreszeit möglichst sicher unterwegs zu sein. Dafür lässt sich schon vorbereitend einiges tun, wenn es um Beleuchtung, Reifen oder Witterungsschutz geht.

Aber auch das eigene Verhalten auf glatten Straßen oder Fahrradwegen sollte man für mehr Sicherheit anpassen. Sechs wertvolle Tipps für den optimalen Winter-Check:

Wer im Winter sein Fahrrad nutzt, muss besonders auf die Sicherheit achten.
Wer im Winter sein Fahrrad nutzt, muss besonders auf die Sicherheit achten. © iStock | 9parusnikov

1. Ausweichen: Wann Fahren auf der Straße erlaubt ist

Bei Schnee räumen Städte und Gemeinden die Radwege und -spuren in der Regel erst nach den Fahrbahnen für Autos. Wer auf dem Rad unterwegs ist, muss dennoch nicht durch Schneeberge fahren. Denn für nicht geräumte Radwege und -spuren besteht keine Benutzungspflicht – auch, wenn das blaue Schild mit dem weißen Fahrrad darauf diese sonst vorschreibt.

Radfahrende dürfen also auf die Straße ausweichen. Immerhin sind laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs die Städte und Gemeinden mittlerweile verpflichtet, „verkehrswichtige“ innerörtliche Radwege zu räumen und zu streuen. Wo morgens noch Schnee lag, kann es also nachmittags schon besser aussehen.

2. Beleuchtung: Schneller Check rund ums Licht

Wer im Sommer nur tagsüber unterwegs war, merkt vielleicht gar nicht, wenn das Licht vorne oder hinten nicht funktioniert oder nicht optimal eingestellt ist. Je mehr man im Dunkeln oder an grauen Tagen unterwegs ist, desto wichtiger ein kurzer Check:

  • Leuchtet es vorne und hinten?
  • Ist das Vorderlicht so eingestellt, dass es die entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer nicht blendet und trotzdem gute Sicht auf die vor einem liegende Strecke bietet?
  • Hat vielleicht der Fahrradhelm eine zusätzliche Beleuchtung, die sich anschalten lässt?

Zum Beleuchtungs-Check gehört auch ein Blick auf die Reflektoren. Sind die verschmutzt, können Wasser, etwas Reinigungsmittel und ein Schwamm Wunder wirken – und die eigene Sichtbarkeit unterwegs deutlich verbessern.

Die Beleuchtung am Rad lässt sich innerhalb weniger Minuten überprüfen. Sichtbarkeit ist im Winter besonders wichtig.
Die Beleuchtung am Rad lässt sich innerhalb weniger Minuten überprüfen. Sichtbarkeit ist im Winter besonders wichtig. © iStock | ipopba

3. Reifen: Gummimischung entscheidet über Bodenhaftung

Es gibt Winterradler, die auf ihre Reifen Mäntel mit kleinen Spikes ziehen. Das ist erlaubt – aber nur sinnvoll, wenn man primär auf vereisten Flächen unterwegs ist. Für alle anderen gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder ein Reifenwechsel wie beim Auto. Dann lässt sich für den Winter eine etwas weichere Gummimischung wählen, die eine bessere Haftung auf dem Untergrund ermöglicht.

Es gibt aber auch Ganzjahresmäntel, die mischungsmäßig einen Kompromiss bieten. Zu erkennen sind diese an Namensbestandteilen wie „4 Seasons“ oder „365“. Außerdem hilft es, den Reifendruck etwas zu verringern, um die Bodenhaftung zu verbessern.

4. Fahrverhalten bei Glätte und Schnee anpassen

Ein paar Anpassungen beim Fahrrad und im eigenen Verhalten steigern die Sicherheit. So empfiehlt etwa der Fahrradverband ADFC neben mehr Abstand und verringertem Tempo, besonders bei Glätte und fester Schneedecke in Kurven auf das Bremsen und Treten zu verzichten. Insgesamt ist es ratsam, vorausschauender zu bremsen. Vorsicht: Nicht nur bei Glätte verlängert sich das Bremsverhalten des Fahrrads, auch Laub kann zum Rutschen führen.

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Ein kleiner Trick hilft, schneller reagieren zu können, wenn das Rad ins Rutschen kommt: Den Sattel einen Tick niedriger stellen, sodass man gegebenenfalls mit den Füßen schneller auf den Boden kommt.

5. Witterungsschutz gegen Kälte und Nässe

Für den Menschen auf dem Rad sind Schutz vor Kälte und Nässe selbstverständlich – aber auch das Rad braucht manchmal Hilfe. Dabei geht es jedoch nicht um Schal und Thermosocken, sondern um ein Universalspray mit guten Kriecheigenschaften. Das schützt Kette und Ritzel vor Feuchtigkeit und kann im Notfall auch dabei helfen, ein klemmendes Fahrradschloss wieder zu lockern.

Hilfreich ist es, nicht nur eines zu Hause zu haben, sondern auch eines am Arbeitsort. Wenn tagsüber die Witterung überraschend unfreundlicher wird, freuen sich auch radfahrende Kollegen darüber.

6. Achtung E-Bike: Diese Gefahr droht beim Akku

Radfahrer sind mit elektrischer Unterstützung in der Regel noch schneller unterwegs – daher ist es hier noch einmal wichtiger, dass möglichst viele Komponenten winterfest gemacht sind. Eine Besonderheit haben die Räder allerdings: ihre Akkus. Schon beim Smartphone-Akku lässt sich beobachten, dass die Laufzeit bei Kälte abnimmt. Für Fahrrad-Akkus gilt das genauso. Von der Reichweite im Sommer darf also nicht auf die Reichweite im Winter geschlossen werden.

Bei E-Bikes ist der Akku im Winter der Kälte ausgesetzt. Dadurch kann sich die Reichweite deutlich verringern.
Bei E-Bikes ist der Akku im Winter der Kälte ausgesetzt. Dadurch kann sich die Reichweite deutlich verringern. © iStock | SimonSkafar

Außerdem lässt sich der Akku nicht vollständig aufladen, wenn er zu kalt ist. Soweit es möglich ist, kann es helfen, den Akku herauszunehmen und in der Wohnung aufzubewahren oder das ganze Rad in einem Keller oder einer Garage unterzubringen. Falls das nicht möglich ist oder für die Zeit unterwegs helfen Neopren-Hüllen, den Akku vor Kälte zu schützen.