AfD-Veranstaltung an Erfurter Uni endet mit Polizeieinsatz

Erfurt. Mit einem Polizei-Einsatz ist am Freitagabend an der Universität Erfurt eine Veranstaltung mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der AfD, Alexander Gauland, unter tumultähnlichen Umständen beendet worden.

Unter Polizeischutz verlies Alexander Gauland, Bundesvorsitzender der AfD und die anderen AfD-Gäste den Veranstaltungsort. Foto: Holger John

Foto: zgt

Die Teilnehmer einer von Thüringen Linken, Grünen und Jusos spontan abgehaltenen Gegenveranstaltung verhinderten den von Gauland geplanten Vortrag im Hörsaal. Dabei wurde eine Person verletzt, wie Stephan Krise, Dienstschichtleiter der Landespolizei-Inspektion Erfurt der TA mitteilte. Strafanzeige wurde erstattet. Die näheren Umstände sind laut Polizei noch unklar. Fest steht: Der 73-jährige Gauland wurde nicht verletzt, musste aber unter dem Schutz von Beamten vom Gelände geleitet werden.

Die Gegenveranstaltung, an der nach Polizeiangaben auch Landtagsabgeordnete teilnahmen, stand unter dem Motto "Gegen Rechtspopulismus". Nach Informationen unserer Zeitung sollen sich unter den etwa 150 Gegendemonstranten auch die jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Kati Engel, sowie deren hochschulpolitischer Sprecher, Christian Schaft, befunden haben.

Gauland, Landesvorsitzender der AfD in Brandenburg, hatte auf Einladung der AfD-nahen Hochschulgruppe "Campus Alternative" einen außenpolitischen Vortrag halten wollen. Etwa 100 Interessierte seien dazu erschienen, hieß es.

Bereits vor Beginn der Veranstaltung hatten sich vor dem Hörsaal etwa 150 Gegendemonstranten versammelt. Laut Polizei gelang es zahlreichen Protestlern, in den Vortragssaal zu gelangen. Mit "massiven akustischen Störungen", so die Polizei, sei dort Gaulands Rede verhindert worden.

"Das waren ein studentischer Mob und Antifa-Leute", glaubte Gauland. "Das ist mir noch nie passiert. Das erinnert mich an meine 68-er Zeit in Marburg."

Innerhalb der AfD zählt Gauland zum konservativen-islamkritischen Flügel. Gauland, innerparteilicher Gegner von Parteichef Bernd Lucke, war vor kurzem heftig kritisiert worden, weil er die Teilnehmer der Pegida in Dresden als natürliche Verbündete der AfD bezeichnet hatte.

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