600.000 Euro zur Sanierung der Eisenacher Georgenkirche

Das Land Thüringen stellt bis in das Jahr 2014 für Sanierungsarbeiten in der Eisenacher Georgenkirche 600.000 Euro bereit. Kostbarkeiten wie ein historischer Altarbehang oder Adeligensärge sollen später im Kirchturm gezeigt werden.

Die Kanzel der Eisenacher Georgenkirche (links im Bild) wurde bereits im Vorjahr restauriert, in den nächsten Woche wird nun in der Fürstenloge (Mitte) gearbeitet. Auch der Chorraum selbst wird hergerichtet. Gemälde und Grabsteine sind darum vor Staub zu schützen. Foto: Heiko Kleinschmidt

Die Kanzel der Eisenacher Georgenkirche (links im Bild) wurde bereits im Vorjahr restauriert, in den nächsten Woche wird nun in der Fürstenloge (Mitte) gearbeitet. Auch der Chorraum selbst wird hergerichtet. Gemälde und Grabsteine sind darum vor Staub zu schützen. Foto: Heiko Kleinschmidt

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Eisenach. Mit 200.000 Euro vom Freistaat Thüringen je Jahr und bis 2014 kann die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Eisenach nun endgültig planen und die Restaurierung der Georgenkirche weiterführen.

Minister Christoph Matschie (SPD) besuchte am Montag das Gotteshaus auf dem Eisenacher Markt und überbrachte den Gesamtbetrag in Höhe von 600.000 Euro.

Ebenso viel Geld gab bereits der Bund für die Arbeiten in der Georgenkirche dazu.

Doch die insgesamt 1,2 Millionen Euro werden nicht ausreichen, resümierten Oberpfarrer Stephan Köhler und Restaurator Veit Gröschner gestern. Darum konzentrieren sich die Restauratoren vorerst auf die wichtigsten Arbeiten und hoffen auf weiteres Geld nach 2014. "Wir können dann noch Module anhängen", informierte Gröschner. Dabei denkt er an eine Schutzverglasung für die Bleiglasfenster. Auch die Vorhalle kann derzeit nicht in Angriff genommen. Außerdem: Einige Oberflächen müssen ebenfalls auf eine Überarbeitung warten. Neben den restauratorischen Arbeiten wird noch Wert auf die technischen Ausstattungen gelegt. Die Beleuchtung beispielsweise. Wie es mit der Heizung weitergeht, weiß man noch nicht genau. Kann das derzeitige Aggregat weitergenutzt werden oder ist neue Technik erforderlich? Diese Entscheidung fällt noch.

Geld für den Kirchturm steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Aber auch da hat die Kirchgemeinde Pläne. Räume dort sollen einmal genutzt werden, um Wertvolles der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Särge aus der Fürstengruft beispielsweise, ebenso Teile der Georgenbibliothek. Die Bücher wurden ausgelagert und der Bestand wird derzeit neu erfasst. Auch ein historischer Altarbehang gehört zu den Schätzen der Kirche.

Der Minister würdigte die Georgenkirche als Ort, der weit über Thüringen hinaus ausstrahlt, besonders zum bevorstehenden Reformationsjubiläum. Er sicherte zu, dass die Landesregierung Kirchgemeinde und Stadt Eisenach weiterhin in der Lutherdekade unterstützt. Trotz Bauarbeiten bleibt das Gotteshaus für Besucher geöffnet. Gottesdienste und Veranstaltungen sind weiterhin in der Kirche möglich.

In Kürze wird der Chorraum vollständig eingehaust, was bedeutet, dass eine Plane vorgespannt ist. Außerdem: Die restaurierten Kunstwerke wie das Reformationsgemälde, die Grabsteine oder die Kanzel sind vor dem anfallenden Staub zu schützen. Erste Sicherungsarbeiten erfolgten bereits in der Fürsten- und der Gefolgschaftsloge. Nun folgt deren Instandsetzung. Den Abschluss vorerst bildet bis 2014 das Kirchenschiff. Dort will man auch an die in den 1940er-Jahren beseitigten Bibelworte erinnern.

Oberbürgermeister Matthias Doht (SPD) betonte, dass Martin Luther nicht nur auf der Wartburg die Bibel übersetzte, sondern in Eisenach auch zur Schule ging. Und der OB freut sich, dass in Eisenach mit Wartburg, Lutherhaus und Georgenkirche gleich drei Objekte gefördert werden.

Minister Christoph Matschie besuchte gestern noch Schloss und Park Wilhelmsthal.

Was ist für die Georgenkirche geplant?

  • In diesem Jahr erfolgt die Restaurierung des Chors, der Sakristei sowie der Fürsten- und Gefolgschaftsloge
  • In den Jahren 2013/14 stehen die Restaurierung des Kirchenschiffes sowie die Erneuerung der Emporen auf dem Plan
  • Fertig sind das Reformationsdoppelgemälde und die Kreuzigungsgruppe
  • Bearbeitet sind ebenfalls die Grabsteine der Thüringer Landgrafen
  • Später sollen Räumlichkeiten für die Präsentation von Kostbarkeiten geschaffen werden
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