Birkenfelder kaufen ihr Pfarrhaus und haben damit einiges vor

Birkenfelde (Eichsfeld).Leerstehende Pfarrhäuser in den Orten müssen kein tristes Dasein fristen. Dass es anders geht und funktionieren kann, zeigen die Birkenfelder.

Bürgermeister Gerhard Stadler (CDU) und die Birkenfelder wollen das ehemalige Pfarrhaus, welches die Gemeinde vom Bistum kaufte, umgestalten. Allen liegt viel an dem Gebäude. Foto: Sigrid Aschoff

Bürgermeister Gerhard Stadler (CDU) und die Birkenfelder wollen das ehemalige Pfarrhaus, welches die Gemeinde vom Bistum kaufte, umgestalten. Allen liegt viel an dem Gebäude. Foto: Sigrid Aschoff

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"Wir haben im Dorf keinen Priester mehr, und daher ist der Pfarrhauskomplex frei", sagt Bürgermeister Gerhard Stadler (CDU). Das Bistum wollte das Objekt verkaufen und nach zweijährigen Verhandlungen befindet es sich nun im Besitz der Gemeinde. Und die hat mit dem alten Fachwerkgebäude einiges vor. Gelegen kommt den Birkenfeldern dabei, dass sie gerade in der Dorferneuerung sind. "Wir haben klare Vorstellungen und wollen das Haus Schritt für Schritt sanieren, umgestalten und einer nachhaltigen Nutzung zu führen", erklärt der Ortschef.

Das Gemeindezentrum Birkenfelde wird in zwei Bereiche gegliedert. Da gibt es zum einen das Gemeindehaus "Alte Pfarrei". Hier bekommt der Bürgermeister ein Amtszimmer, denn im Zuge der Kindergartensanierung gingen dessen Räume an die Einrichtung. Zudem wird ein Pfarrbüro eingerichtet. In die untere Etage kommt ein Gemeinderaum, in dem können sich unter anderen die Kommunionkinder, die Schola sowie Frauenchor und -kreis treffen. Die erste Etage, so sagt Stadler, soll zu einer Wohnung umgebaut werden, denn rund 85 Quadratmeter bieten nicht nur reichlich Platz, sondern stellen auch eine Einnahmequelle dar.

Der zweite Bereich: das Gemeindehaus St. Leonhard. Hier können die Birkenfelder künftig oder die Räumlickkeiten auch mal für einen Rentnergottesdienste nutzen, meint Stadler. Den Trakt mietet die Pfarrgemeinde und zahlt die Betriebskosten. Die auf die Kommune zu kommenden Kosten sind so beherrschbar.

Insgesamt schlagen für die geplanten Maßnahmen 300.000 Euro zu Buche, der Großteil entfällt auf das Projekt "Alte Pfarrei". Schon bald soll der Startschuss für die Arbeiten fallen. Bürgermeister samt Bürger, denen der Komplex am Herzen liegt und der daher unbedingt erhalten werden soll, hoffen, dass es noch in der ersten Jahreshälfte los geht. Und da die Eichsfelder gern und auch mal in größerer Runde feiern, braucht es nun mal ein entsprechendes Domizil. Die Gründe, die zum Kauf führten, liegen also klar auf der Hand.

In drei Abschnitten, je nach Finanzlage, soll das Vorhaben umgesetzt werden.

Daneben haben sich die Birkenfelder allerdings noch andere Ziele im Zuge der Dorferneuerung auf die Fahnen geschrieben. So ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt vorgesehen, und an das Abwassersystem soll es ebenfalls gehen.

"In den letzten 22 Jahren haben wir schon einiges saniert, sind einmal mit den Straßen durch. Der Kindergarten bekam ein neues Gesicht, und mit einer Gaststätte und einer Turnhalle, Feuerwehrhaus und Fahrzeug haben wir alles, was das Dorf braucht", sagt Gerhard Stadler und blickt nicht ohne Stolz auf den Ort, der seine und die Heimat von rund 580 Eichsfeldern ist. Und die scheinen sich wohl zu fühlen, denn auch nach der Wende ist die Einwohnerzahl nahezu konstant geblieben. Fester Bestandteil ist das Altenheim "Karlshof", in dem um die 70 Frauen und Männer leben. Gern gesehen sind zudem die jungen Leute vom Bundespfadfinderhof, die das gesellschaftliche Leben unter anderem mit Kinoabenden und Gesprächsrunden bereichern. Ein Übriges tun die Vereine. So wird in Birkenfelde nicht nur gebaut, wie jetzt an der Erdgasleitung, es kommt auch keine Langeweile auf.

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