Das Geratal hat einen Pfarrer

Ein Jahr nach Vorgänger Markus Blume ist im Geratal der bisher als Vertreter agierende Stefan Wohlfahrt offiziell im Amt. Der Neue möchte gegenüber der politischen Gemeinde aber nicht der große Macher und Beweger sein.

Superintendentin Angelika Greim-Harland führte Pfarrer Stefan Wohlfahrt während eines Festgottesdienstes in sein Amt ein. Foto: Daniel Beer

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Geraberg. Ein Jahr haben die evangelischen Christen des Geratals nach turbulenten Ereignissen in ihrer christlichen Gemeinde darauf gewartet, dass ins rekonstruierte Geraberger Pfarrhaus ein neuer Pfarrer mit seiner Familie einzieht und für die kommenden Jahre stabile personelle Verhältnisse entstehen.

Am Sonntagnachmittag war es soweit. In einem Festgottesdienst in der Sankt Bartholomäuskirche wurde durch Superintendentin Angelika Greim-Harland Pfarrer Stefan Wohlfahrt ins Amt eingeführt. In der vollbesetzten Kirche herrschte eine festliche und zugleich optimistische Atmosphäre. Die Zufriedenheit darüber, dass die Vakanzzeit beendet ist und ein neuer Aufbruch beginnen kann, war an vielen Gesichtern abzulesen.

Es ist ein eher ungewöhnlicher, aber durchaus glücklicher Umstand für die Gemeindeglieder, dass sie sich an keinen ganz neuen und unbekannten Pfarrer gewöhnen müssen. Als Vakanzverwalter übernimmt Pfarrer Stefan Wohlfahrt nun die Pfarrstelle, welche mit einem prozentualen Arbeitsanteil "für die Förderung und Begleitung Ehrenamtlicher im Verkündigungsdienst" verbunden ist.

Gabenfülle bei Gemeinde, nicht beim Pfarrer

In einem Beitrag des Geratal- Anzeigers stellte sich Pfarrer Wohlfahrt auch der politischen Gemeinde vor, zu welcher er, wie in seiner Arbeit als geschäftsführender Pfarrer in Ilmenau, gute Kontakte pflegen will. Er schreibt: "Ich möchte nicht der große Macher und Beweger sein. Ich sehe meine Aufgabe und Berufung darin, Menschen auf ihrem Weg zu Gott zu begleiten, aufmerksam hinzuhören und sie zu ermutigen, sich mit ihren Gaben in die Gemeinde einzubringen.

Die Fülle der Gaben liegt in der Gemeinde, nicht beim Pfarrer. Als Pfarrer möchte ich dafür Sorge tragen, dass diese Gaben zum Vorschein kommen und die Gemeinde Jesu dadurch gebaut wird."

Zur festliche Atmosphäre des Einführungsgottesdienstes und zur Stärkung der Gemeinschaft der Gläubigen trug der musikalisch begleitete Chor- und Gemeindegesang mit bei. Von den Kirchenältesten gab es für Pfarrer Wohlfahrth die Zusicherung aktiver Unterstützung in der Gemeindearbeit und kleine Geschenke mit Symbolkraft.

Bürgermeister Günther Irrgang beglückwünschte Stefan Wohlfahrth zur Amtsübernahme. Pfarrer Wohlfahrth kam erst spät zum Beruf des Seelsorgers. Seine berufliche Laufbahn begann er als Tischler und arbeitete als Hilfspfleger, während er zu DDR-Zeiten sein Abendstudium als Theologe absolvierte. Geraberg ist nach Fraureuth bei Greiz und Ilmenau die dritte Pfarrstelle, an der er tätig ist.

Beim Hinausgehen aus der Kirche, nach einem ebenso bewegenden wie ermutigenden Gottesdienst, versicherten sich die Gemeindeglieder der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken nahmen auch die Gäste von Partnergemeinden das Wort, um Pfarrer Wohlfahrth und die große Kirchgemeinde des Geratals zu beglückwünschen.

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