Erste Reaktionen auf den Rücktritt von Bischof Wanke aus dem Eichsfeld

Der Erfurter Bischof Joachim Wanke (71) geht in den Ruhestand. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2012 hat Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch angenommen, das der Bischof aus gesundheitlichen Gründen eingereicht hatte, heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums Erfurt.

Bischof Joachim Wanke informierte sich im September 2010 vor dem Papstbesuch in Etzelsbach ausführlich über die Fortschritte der Bauarbeiten auf dem Etzelbacher Pilgerfeld und der Wallfahrtskapelle. Archiv-Foto: Eckhard Jüngel

Bischof Joachim Wanke informierte sich im September 2010 vor dem Papstbesuch in Etzelsbach ausführlich über die Fortschritte der Bauarbeiten auf dem Etzelbacher Pilgerfeld und der Wallfahrtskapelle. Archiv-Foto: Eckhard Jüngel

Foto: zgt

Heiligenstadt. Für viele Geistliche und Eichsfelder Lokalpolitiker kommt der Rücktritt überraschend. Dies zeigen auch die ersten Reaktionen.

"Die Nachricht über den Rücktritt unseres Erfurter Bischofs überrascht mich schon, obgleich in den letzten beiden Jahren immer wieder einmal über seinen großen gesundheitlichen Probleme gesprochen wurde", teilte der Eichsfelder Landrat Werner Henning (CDU) mit.

Weiterhin heißt es in der Stellungnahme des Eichsfelders: "Ich bedauere es sehr, daß er diesen Schritt hat gehen müssen und wünsche ihm für die Zukunft alles erdenkliche Gute. Mir selbst gab Bischof Dr. Wanke im November 1989 in einem Telefonat den entscheidenden Impuls, mich der Wahl zum damaligen Vorsitzenden des Rates des Kreises Heiligenstadt zu stellen. Seine Worte lauteten: "Nehmen Sie ihr Herz in beide Hände und sagen sie ja." In der Folgezeit hat er auch als Bischof die Entwicklung des kommunalen Landkreises Eichsfeld sehr aufmerksam begleitet, viele positive Impulse gesetzt und nicht zuletzt den Besuch des Heiligen Vaters in Etzelsbach im vergangenen Jahr ermöglicht. Dafür bin ich im sehr dankbar. Ich Wünsche ihm Gottes Segen und viel Glück auf den Weg."

Betroffen hat auch Peter Anhalt die Nachricht aufgenommen. Der Vorsitzende des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde aus Steinbach erinnert an die großen Predigten Wankes zur Männerwallfahrt und besonders vor dem Papstbesuch. Wanke stehe für Kontinuität und sei ein Vorreiter für die Ökumene in Deutschland. Anhalt selbst hat in seinem Leben bisher nur zwei Bischöfe erlebt: Hugo Aufderbeck und Joachim Wanke. Einen Nachfolger aus den Reihen des eigenen Bistums kann er sich kaum vorstellen.

Völlig perplex und sprachlos reagierte der Geisleder Pfarrer Günter Christoph Haase auf die Mitteilung. "Der Bischof ist für mich ein großes Vorbild und ein Vordenker, der etwas zu sagen hatte und auf den gehört wurde", so der Geistliche. Dass er in den Ruhestand gehe, sei für das Bistum ein tiefer Einschnitt, auch im Rahmen der Strukturreform.

"Wir haben mit dem Bischof wunderbar zusammengearbeitet. Er hat uns viele Jahre hilfreich begleitet. Wir danken ihm für die vielen schönen Jahre und die gute Zeit", sagte Christina Diegmann vom katholischen Kindergarten in Teistungen.

Fast von Kindheit an hat Joachim Wanke Christian Gellrich geprägt und den jetzigen Pfarrer der Großpfarrei St. Marien Niederorschel auch zum Priester geweiht. Die Nachricht, dass der Papst dem Rücktrittsgesuch stattgab, las er mit Überraschung im Internet. Der Bischof, sagte Gellrich, sei so, wie er sich einen Bischof vorstelle, einer, der als Theologe und Seelsorger für die Gläubigen und Priester da ist.

Durch die Firmvorbereitungen hatte Otto Aschoff, Mitglied des Pfarrgemeinderates, auch oft Kontakt zu Joachim Wanke. "Ich habe ihn als bescheidenen, aufgeschlossenen Menschen und großen Katholiken erlebt. Sein Rücktritt ist ein riesiger Verlust für das Bistum und die Bischofskonferenz", meint der Neuendorfer.

Erfurter Bischof Wanke tritt zurück