Heiligenstädter Propst: "Für uns war Joachim Wanke nicht nur Bischof, sondern auch Freund"

Schon vor einiger Zeit erfuhr der Bischöfliche Kommissarius im Eichsfeld, Propst Hartmut Gremler, vom bevorstehenden Rückzug seines Chefs. "Man sah ihm die Last schon an", berichtet er von der Krankheit des Bischofs, von seinen Operationen.

Bischof Wanke war im Eichsfeld gern gesehener Gast. Hier bei der Männerwallfahrt am Klüschen Hagis im Jahr 2008. Foto: Eckhard Jüngel

Bischof Wanke war im Eichsfeld gern gesehener Gast. Hier bei der Männerwallfahrt am Klüschen Hagis im Jahr 2008. Foto: Eckhard Jüngel

Foto: zgt

Heiligenstadt. Als Erstsemester hatte Gremler bei Wanke in Erfurt die Einleitung in das Neue Testament gehört. Im Choralgesang bildete ihn der spätere Bischof ebenfalls aus. Jahre später, als Wanke 1981 Bischof wurde, traf man sich wieder - Gremler war inzwischen Pfarrer in Rohrberg. Selbst ins Grenzgebiet reiste der Bistumschef, um Kinder zu firmen. Der selbe Mann schickte Gremler später in die Militärseelsorge.

"20 Jahre habe ich bei meinen Reisen in Deutschland gehört und erfahren, wie sehr die Menschen Joachim Wanke schätzen, egal, wo ich war", berichtet Gremler. "Er war ein Aushängeschild für die ostdeutsche Kirche" und sehr bekannt, weil in seiner Stadt alle Priester der DDR ausgebildet wurden. "Für uns als Priester war er nicht nur Bischof, sondern auch ein guter Freund", fügt sein Stellvertreter im Eichsfeld hinzu. Als nie abgehoben, schlicht und einfach beschreiben ihn die meisten. Und viele kennen auch nur ihn oder höchstens noch seinen Vorgänger als Bischof.

Peter Anhalt aus Steinbach fällt als erstes sein "wunderbarer Predigtstil" ein, aber auch seine Zusammenarbeit mit evangelischen Christen. Derweil erinnert sich Landrat Werner Henning (CDU) gern daran, wie Bischof Wanke im November 1989 in einem Telefonat ihm den entscheidenden Impuls gab, sich der Wahl zum damaligen Vorsitzenden des Rates des Kreises Heiligenstadt zu stellen. Seine Worte lauteten: "Nehmen Sie ihr Herz in beide Hände und sagen sie ja." In der Folgezeit habe er auch als Bischof die Entwicklung des kommunalen Landkreises sehr aufmerksam begleitet.