Leere Kirchenbänke zu Ostern wegen Corona-Krise

Erfurt.  Kontakteinschränkungen machen herkömmliche Gottesdienste unmöglich. Mit kreativen Ansätzen wurde die Herausforderung in Thüringen angegangen.

Zahlreiche Menschen kamen am Ostersonntag in ihren Autos zum evangelischen Gottesdienst an die Erfurter Messe, um hier gemeinsam den höchsten kirchlichen Feiertag zu begehen, der in Kirchen wegen des Coronavirus nicht stattfinden kann.

Zahlreiche Menschen kamen am Ostersonntag in ihren Autos zum evangelischen Gottesdienst an die Erfurter Messe, um hier gemeinsam den höchsten kirchlichen Feiertag zu begehen, der in Kirchen wegen des Coronavirus nicht stattfinden kann.

Foto: Michael Reichel / dpa

Die Corona-Pandemie hat auch die Ostergottesdienste in Thüringen beherrscht. Die leeren Bänke in der Kirche seien beklemmend, sagte der Bischof des Bistums Erfurt, Ulrich Neymeyr, beim Ostergottesdienst am Sonntagvormittag im Erfurter Mariendom. Die Feier fand wie andere Gottesdienste auch zur Eindämmung des Coronavirus nicht öffentlich statt, wurde aber im Internet übertragen.

Zuvor hielt in der Osternacht am Samstag auch der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, in einer ebenfalls fast menschenleeren Predigerkirche in Erfurt Ostergottesdienst.

Auf die Pandemie gingen Neymeyr und Kramer in einem gemeinsam mit dem Kirchenpräsident der Evangelische Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, und dem Bischof des Bistums Magdeburg, Gerhard Feige, zuvor veröffentlichten Osterwort ein. „Gerade sieht es so aus, als ob die Osterzeit und das Ende der gesellschaftlichen Fastenzeit nicht zusammenfallen“, hieß es darin. Ein großes Fastenbrechen werde aber kommen. Weiter: „Wir werden uns noch lange erinnern an diese Monate im Frühjahr 2020. Und wir werden nicht dieselben sein. Diese Erfahrungen werden ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur schlechte.“

Um trotz Corona-Auflagen gemeinsam direkt mit Gläubigen Ostern zu feiern, veranstaltete die evangelische Erfurter Thomasgemeinde am Sonntag einen Autogottesdienst. Ähnlich dem Konzept von Autokinos fuhren die Gottesdienstbesucher mit Autos auf das Messegelände. Am dort aufgebauten Altar hielt Pfarrer Christoph Knoll mit Sicherheitsabstand eine Einführungsrede.

Der Gottesdienst wurde dann per Video über eine große Wand gezeigt, der Ton war über die Autoradios zu hören. „Die Menschen sollen durch diesen Gottesdienst im Beisammensein, trotz verordnetem Abstand, in Bild und Ton Trost und Zuversicht in dieser für uns alle nicht leichten Zeit spüren“, sagte Knoll zuvor.