Risse in Petersdorfer Kirche machen Sanierung unumgänglich

Petersdorf (Landkreis Nordhausen)  Hell und freundlich ist das Kircheninnere. Der spätgotische Schnitzaltar, der barocke Taufengel und die Kanzel sind Hingucker. Ende der 1990er-Jahre wurde hier alles erneuert: vom weißen Anstrich an den Wänden bis zum Fußboden der Winterkirche.

Knapp zehn Zentimeter breit sind die Risse im Mauerwerk der Stützpfeiler und des Anbaus, wie Gemeindekirchenrats-Chefin Adelheid Schönemann zeigt. Foto: Kristin Müller

Knapp zehn Zentimeter breit sind die Risse im Mauerwerk der Stützpfeiler und des Anbaus, wie Gemeindekirchenrats-Chefin Adelheid Schönemann zeigt. Foto: Kristin Müller

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„Aber jetzt sind wir als Gemeinde überfordert“, sagt Adelheid Schönemann, die Gemeindekirchenrat-Chefinin Petersdorf. Sie führt nach draußen, zeigt tiefe Risse im Mauerwerk. Sowohl am Anbau aus den 1960er-Jahren als auch an den drei Stützpfeilern treten diese auf, manche sind knapp zehn Zentimeter breit.

Dass die jüngste Untersuchung ergab, dass sich diese Klüfte im Gemäuer in den vergangenen zwei Jahren nicht verbreitert haben, lässt die Petersdorfer keineswegs aufatmen. Die eindringende Feuchtigkeit setzte einem Stützpfeiler schon derart zu, dass Im Jahr 2014 Steine herausfielen. „Im Herbst hat ihn mein Sohn deshalb mit Wellbitumen abgedeckt, und zwar so, dass eine Belüftung gegeben ist“, sagt Schönemann.

Ende der 90er-Jahre hatte man sich der Risse schon einmal angenommen. Heute weiß man, dass damals das falsche Material verwendet wurde. St. Johannis ist aus Gips- und Anhydritbruchsteinen erbaut worden, deshalb muss ein spezieller Mörtel zum Einsatz kommen.

Die Kosten für eine erneute Sanierung belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund 87 000 Euro. Die Gemeinde erhofft sich eine 60-prozentige Förderung und ist derzeit damit beschäftigt, potenzielle Förderer anzuschreiben: den Kirchenkreis Südharz, das Landesamt für Denkmalpflege, die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler und beispielsweise die Stiftung Denkmalschutz. Angepeilt ist ein Sanierungsstart für übernächstes Jahr.

Bei aller Arbeit: In diesem Jahr können die Petersdorfer auch ein Jubiläum in ihrer Kirche feiern: Vor 50 Jahren wurden die neue Orgel von Alexander Schuke aus Potsdam eingebaut. Sie ersetzt seitdem ein Pedalharmonium aus dem Jahr 1894. Die alte Orgel war 1880 abgetragen worden: Damals beabsichtigte man, eine neue Kirche im Dorf zu bauen. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der folgenden Inflation aber wurden die Pläne zerschlagen.

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