Thüringen sucht seinen Bischof

Erfurt. "Er ist Deutscher, deshalb kann man schon auf den Gedanken kommen", sagte Weihbischof Reinhard Hauke. Und die Frage war, ob er sich vorstellen könne, dass Georg Gänswein in Erfurt die Nachfolge von Joachim Wanke antritt. Denn anders als Rom hat Erfurt seinen Bischof noch nicht.

Allerdings, so fügte Hauke hinzu, könne er sich das nicht recht vorstellen. Der von Benedikt XVI. zum Titular-Erzbischof ernannte Georg Gänswein ist eine der schillerndsten Gestalten im Vatikan - und nachdem Deutschland dort keinen Papst mehr hat, richten sich die Spekulationen nun auf Gänswein.

Der Privatsekretär von Benedikt und Präfekt des Päpstlichen Hauses, eine Art Protokollchef, stand Benedikt sehr nahe - und die Frage ist, was diese Nähe, die sich auch im selbst gewählten Wappen manifestiert, für die weitere Karriere bedeutet: ob also die neuen Konstellationen in Rom ihn doch eher zurück nach Deutschland befördern.

Wäre die hier in Thüringen verwaiste Diözese eine Option? Wohl eher nicht. Auch die Bischofsstühle Hamburg und Freiburg sind in absehbarer Zeit neu zu besetzen - und erscheinen wie Thüringen als unangemessen für einen Mann aus dem Zentrum der Macht.

Wenn Georg Gänswein nach Deutschland zurückkehren wird, dann wohl eher als Nachfolger des Kölner Kardinals Meisner.

Hauke hofft, dass Thüringen bis zur Bistumswallfahrt im September einen Nachfolger für Wanke besitzt, auch wenn der administrative Vorgang nun eine gewisse Verzögerung erfahren habe. Wer immer dann in Erfurt Diözesanbischof sein wird - dass es Gänswein ist, der bereits mit dem neuen Papst gesehen wurde, sollte uns nicht als sehr wahrscheinlich gelten.

Jahrestagung

Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands tagt noch bis morgen in Erfurt. Motto des Treffens: "Missionsland Deutschland - Neuevangelisierung und die Rolle der Journalisten". Bei dem Treffen geht es um die Frage, wie wieder mehr Menschen mit der christlichen Botschaft erreicht werden können.