AfD wirft Opferberatung Fake News vor

Erfurt  Die AfD-Landtagsfraktion ist sich sicher, die Opferberatung „ezra“ mit einer Falschmeldung erwischt zu haben.

Für AfD-Innenpolitiker Jörg Henke ist die Sache eindeutig: Massenhafte fremdenfeindliche Brandanschläge gibt es in Thüringen nicht. Foto: Steffen Beikirch

Für AfD-Innenpolitiker Jörg Henke ist die Sache eindeutig: Massenhafte fremdenfeindliche Brandanschläge gibt es in Thüringen nicht. Foto: Steffen Beikirch

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Die AfD-Landtagsfraktion ist sich sicher, die Opferberatung „ezra“ mit einer Falschmeldung erwischt zu haben. Die mobile Beratung für Opfer rassistischer Gewalt hatte für das Jahr 2015 unter anderem 17 Brandanschläge auf bewohnte und unbewohnte Unterkünfte für Asylbewerber in Thüringen gezählt. Allesamt seien aus rechten, rassistischen Motiven heraus verübt worden.

Auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion listete das Innenministerium für 2015 lediglich 14 Brandstiftungen an oder in Asylunterkünften auf. Mit insgesamt zehn deutschen Tatverdächtigen und drei mit nichtdeutscher Herkunft. In den ersten drei Quartalen 2016 sei die Zahl der Brandanschläge laut Ministerium auf fünf zurückgegangen. Mit zwei deutschen Tatverdächtigen und drei nichtdeutschen. Für AfD-Innenpolitiker Jörg Henke ist die Sache eindeutig: Massenhafte fremdenfeindliche Brandanschläge gebe es in Thüringen nicht, auch wenn linke Vereine gebetsmühlenartig davor warnen würden und Medien dies „teilweise unkritisch“ aufgriffen.

Die Opferberatung ezra in Trägerschaft der evangelischen Kirche verweist darauf, dass sie nur Fälle auflistet, in denen anhand fester Kriterien des Dachverbands der Opferberatungsstellen ein rechtes Tatmotiv erkennbar sei. Darunter seien auch Fälle, die nicht angezeigt wurden. Der massive Anstieg rechtsmotivierter Gewalt werde oft relativiert, auch durch die Polizeibehörden.

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