Amtierende Weltmeister bei Lohmühlenregatta am Start

Georgenthal  Der Schiffsmodellsportclub Tambach-Dietharz richtete zum 13. Mal den Wettstreit in verschiedenen Fahrklassen aus

Der erst sehsjährige Nino Gollhardt zeigt stolz seine kleine Yacht "Bob", mit der er bereits zu Pfingsten an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen hat. Foto: Matthias Wenzel

Der erst sehsjährige Nino Gollhardt zeigt stolz seine kleine Yacht "Bob", mit der er bereits zu Pfingsten an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen hat. Foto: Matthias Wenzel

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Der Schiffsmodellsportclub Tambach-Dietharz wurde bereits 1976 unter dem Dach der damaligen Gesellschaft für Sport und Technik (GST) gegründet, erzählt Angel Schapke, der dem nunmehrigen Verein vorsteht. Diesem gehören derzeit 21 Mitglieder an, darunter Gisbert Kords, ein Spezialist für Papiermodelle.

Das 40-jährige Vereinsjubiläum habe man bereits zu Pfingsten mit der Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften auf dem Georgenthaler Hammerteich begangen. Daran hat der gerade einmal sechsjährige Nino Gollhardt als jüngstes Vereinsmitglied erstmals erfolgreich teilgenommen.

Am vergangenen Wochenende war er natürlich mit seiner kleinen Yacht, die er in Anlehnung an den gleichnamigen Baumeister "Bob" getauft hat, auf dem Lohmühlengelände mit dabei, um an der mittlerweile 13. Regatta teilzunehmen, die der SMC Tambach-Dietharz dort organisiert hat. Wie Angel Schapke berichtet, habe auch diese früher am Hammerteich stattgefunden. Da man jedoch inzwischen einen der Teiche an der Lohmühle ganzjährig nutzen könne, findet dort die Lohmühlenregatta statt.

In diesem Jahr waren es Teilnehmer aus Thüringen, Franken, Hessen, Sachsen und Brandenburg, die insgesamt 67 Schiffsmodelle in verschiedenen Fahrklassen an den Start brachten. An einem Schaubild erklärt Angel Schapke, welche Aufgaben die Modellschiffer innerhalb von sieben Minuten zu bewältigen haben.

Ihre Modelle werden in verschiedene Fahrklassen eingeteilt: vom einfachen Schiff bis zum detailgetreuen Profimodell. Sie alle müssen per Fernsteuerung einen genau festgelegten Parcours befahren. Dazu gehört das Durchfahren von Toren und das besonders schwierige rückwärts Einparken am Ende.

Ferngesteuert vorwärts, rückwärts und im Leerlauf

Dabei geht es weniger um Schnelligkeit als um Geschicklichkeit. Die Klassenbesten – etwa sieben bis acht Teilnehmer – fahren abschließend um den Lohmühlenpokal.

Um Zeit zu sparen, sind immer zwei Modellschiffe zeitversetzt gleichzeitig unterwegs. In der Klasse Junioren ging natürlich Nino Gollhardt mit "Bob" an den Start. Leider bewältigte er den Parcours nicht ganz fehlerfrei, zeigte sich aber trotzdem ganz zufrieden. Schließlich hat er noch viel Zeit zum Üben vor sich, um vielleicht auch dereinst einmal in der obersten Liga mitmischen zu können.

Dazu zählt seit vielen Jahren Peter Sager aus Frankfurt/Oder vom Modellsportclub Eberswalde. Der zehnfache Weltmeister startet in der Klasse F 2. Zu seinen naturgetreuen Nachbauten zählen der schwere Kreuzer "Prinz Eugen" der deutschen sowie der Zerstörer "Admiral Levchenko" der russischen Kriegsmarine. Bereits seit der Wende steht er mit den Schiffsmodellbauern aus Tambach-Dietharz in Kontakt. Gleiches trifft auf Mario Colucci aus Nürnberg zu, dem es historische Dampfschiffe angetan haben und der Deutscher Meister in dieser Fahrklasse ist. Anhand seines in anderthalbjähriger Arbeit entstandenen Modells des argentinischen Flussdampfers "San Julian" aus dem Jahre 1900 erklärt er die Funktionsweise der kleinen Dampfmaschine. Diese werde mit einem Gemisch aus Propan- und Butangas angetrieben. Nach nur sieben Minuten stehe die "San Julian" unter Dampf. Auch sie kann natürlich ferngesteuert vor- und rückwärts sowie im Leerlauf fahren.

Die Lohmühlenregatta lebt von der Vielfalt der Modelle. Selbst U-Boote waren schon dabei. Die Teilnehmer und Gäste beobachteten alles von einem schattigen Plätzchen aus.

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