An Grundstücksfrage entscheidet sich Radweg-Zukunft

Zottelstedt.  Beratung zwischen Grundstückseigentümern sowie Kreis und Stadt zur Frage der benötigten Flächen für den Radweg zwischen Apolda und Zottelstedt.

Komplexe Materie: Beratung zwischen Grundstückseigentümern sowie Kreis Weimarer Land und Stadt Apolda zur Frage der benötigten Flächen für den künftigen Radweg zwischen Apolda und Zottelstedt.

Komplexe Materie: Beratung zwischen Grundstückseigentümern sowie Kreis Weimarer Land und Stadt Apolda zur Frage der benötigten Flächen für den künftigen Radweg zwischen Apolda und Zottelstedt.

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Der Wunsch nach einem Rad-Fußweg von Apolda nach Zottelstedt stellt einen Dauerbrenner dar. Seit vielen Jahren wird darüber gesprochen. Und auch aktuell sieht es nicht danach aus, dass es mit dem Bau rasch gehen wird, weil im Vorfeld Grundstücksfragen zu klären sind. So ging es beim Treffen zwischen rund 15 Eigentümern mit Vertretern der Stadt, dem Kreis sowie einer Planerin zwar sachlich, aber eben kontrovers zu. Denn die für den Radweg benötigten Ackerflächen verkaufen möchten wohl die wenigsten Eigentümer, zumal teils auch langfristige Pachtverträge existieren.

Eher schon käme deshalb wohl jeweils ein Flächentausch in Betracht, wofür sich dem Vernehmen nach insbesondere die Landwirte erwärmen könnten. Immerhin würden durchschnittlich sechs Meter in der Breite für den Weg benötigt. Der eigentliche Rad-Fuß-Weg würde 2,50 Meter beanspruchen. Inklusive Bankette käme man auf 3,50 Meter. Weil der Kreis sich das Projekt vom Land fördern lassen möchte, müsste bis Ende März 2021 eine Fördervoranfrage gestellt werden. Aussicht auf Erfolg hätte diese nur, wenn bis dahin Bauerlaubnisverträge mit den Eigentümern zustande kämen. Lägen diese vor, würden unter anderem Verkäufe oder eben Flächentausch ausgehandelt.

Eine Eigentümerin machte deutlich, dass ihr die gemäß Bodenrichtwert angebotenen 1,30 Euro pro Quadratmeter viel zu wenig sind. Landwirte wie Eckart Weirich und Jürgen Helmich warfen zudem ein, dass den Bauern nach und nach immer mehr wertvolles Land entzogen werde. Lothar Burkhardt gab zu bedenken, dass die Familien teils über Generationen hinweg das Land bewahrt hätten. Es nun so einfach eben mal herzugeben, sehe er gar nicht ein. Zumal, und da war er sich mit Helmich einig, aus seiner Sicht Streckenalternativen, die weniger privates Land tangieren, nicht geprüft worden seien.

Dass dem Ganzen bereits 2018 eine Machbarkeitsstudie zugrunde gelegt wurde, wobei drei Varianten geprüft worden seien, trug der Kreis vor. Die nun vorliegende etwa 1,8 Kilometer lange Strecke sei die bevorzugte. Klar wurde, dass es dem Kreis und der Stadt darum geht, in der Flächenfrage Klarheit zu schaffen. Würde auch nur ein Eigentümern nicht mitziehen, wäre der Radweg wohl so nicht realisierbar.

Klappt indes alles, und werden sich alle Beteiligten einig, dann könnte es 2022 im positiven Fall mit dem Bau losgehen. Matthias Ameis betonte, dass es niemandem nutze, wenn man darüber diskutiere, wer wem was in der Vergangenheit versprochen hat. Um das Projekt endlich voran zu bringen, bat der Chef des Kreis-Wirtschaftsamtes, müsste jetzt alle aufeinander zugehen und vor allem offen miteinander umgehen. Ortschaftsbürgermeister René Wittig pflichtete ihm bei. Er unterstrich nochmals die Bedeutung dieser Infrastrukturmaßnahme. Vize-Bürgermeister Volker Heerdegen versprach, dass man mit jedem Eigentümern ins Einzelgespräch gehen werde.