Beliebteste Namen sind in Thüringen andere als bundesweit

Erfurt  In Thüringen wurden 2018 mehrere exotische Namen für Babys vergeben. Auch „Game of Thrones“ zeigt Auswirkungen.

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Sophie und Ben waren 2018 die am häufigsten vergeben Vornamen in Thüringen. Das geht aus der Statistik der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hervor.

Spitzenreiter in der deutschen Gesamtliste sind Marie und Paul, die vor Sophie und Hanna sowie Oscar und Ben rangieren.

In Thüringen ist die Reihenfolge eine andere: „Wir bemerken immer wieder regionale Unterschiede“, so Frauke Rödebusch, wissenschaftliche Mitarbeiterin der GfdS. Im Freistaat wurden Mädchen im vergangenen Jahr 208-mal Sophie (in verschiedenen Schreibweisen) genannt. Dahinter folgen Marie (191) und Hanna (146.) Bei den Jungen hat Ben (152) Platz eins vor Karl (148) und Emil (135) erobert, nachdem 2016 und 2017 jeweils Marie und Paul die Spitzenränge eingenommen hatten.

Erfolg von „Game of Thrones“ zeigt Auswirkung

Laut GfdS, die sich auf Daten der Standesämter stützt, würden gerade die fünf ostdeutschen Bundesländer besonders innovativ sein. So sind dort auch ungewöhnliche Vornamen vergleichsweise häufiger vertreten, wie eine Auswertung der letzten drei Jahre beweist.

So zeigt beispielsweise der weltweite Erfolg von „Game of Thrones“ auch bei der Namensgebung seine Auswirkung. Seit 2016 wurden laut der GfdS 250 Kinder in Deutschland nach der beliebten Hauptfigur „Arya“ benannt. Auch in Thüringen ist dieser Name fünfmal vergeben worden, aus der Serie stammen ebenfalls „Sana“, „Theon“ und „Jorah“. Zudem heißen Thüringer Jungen vereinzelt „Loki“ und „Odin“ – Namen, die ihren Ursprung in der germanischen Mythologie haben. Und es gibt mittlerweile drei Mädchen, die wie die amerikanische Sängerin „Rihanna“ heißen.

Abgelehnt wurden von der GfdS in den letzten Jahren Namen wie Lucifer, Pinocchio, Batman, Chaotica, Knirpsi, Graf, König, Popcorn, Ferrari oder Bandito, „Es gibt kein Gesetz diesbezüglich, aber Richtlinien“, so Frauke Rödebusch. Namen dürften nicht das Kindeswohl beeinträchtigen, zudem darf es sich bei der Vergabe auch nicht um Titel handeln.

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