Das große Warten auf Einsätze in Schleiz

Schleiz.  Im Oberland hielten sich die Freiwilligen Feuerwehren oftmals in ihren Gerätehäusern für die Einsätze in der Silvesternacht bereit.

Vom Buchhübel schauten sich rund 50 Menschen das Feuerwerk über der Stadt Schleiz an.

Vom Buchhübel schauten sich rund 50 Menschen das Feuerwerk über der Stadt Schleiz an.

Foto: Oliver Nowak

Dass das Ehrenamt in den freiwilligen Feuerwehren im Saale-Orla-Kreis und bundesweit nicht nur aus dem Herausreißen der Einsatzkräfte aus Beruf oder Freizeit im Alarmfall besteht, zeigten in der Silvesternacht zahlreiche ehrenamtliche Einsatzkräfte. So auch in Schleiz. Denn einige Kameraden die Freiwillige Feuerwehr Schleiz hatten sich am Silvesterabend ab 19 Uhr im Gerätehaus der Stützpunktfeuerwehr, teils mit ihren Familien, eingefunden. Vor allem, um die Kameradschaft zu pflegen. Der positive Nebeneffekt dabei war, im Ernstfall so schnell wie möglich in die Einsatzfahrzeuge und zum Einsatzort zu kommen.

Oftmals Einsätzezwischen 0 und 1 Uhr

„Ohne unsere Familien könnten wir unser Ehrenamt nicht ausführen. Ich bin froh, dass meine Familie so sehr hinter mir steht, mit mir und den anderen Einsatzkräften Silvester feiert und mich in meinem Tun unterstützt“, sagte Tobias Wittig, Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr Schleiz. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigten, dass die meisten Einsätze für die Rettungskräfte zwischen 0 Uhr und 1 Uhr liegen.

Bei amüsanten Gesprächen kamen so manche Anekdoten aus dem vergangenen Jahr und der vergangenen Zeit zur Sprache. Aber auch Einsätze, welche die ältesten Kameraden noch in DDR-Zeiten erlebt hatten.

Nach dem Essen schauten sich die Einsatzkräfte mehrere Fernsehbeiträge über ihre Arbeit und den Herausforderungen in ihrem Einsatzabschnitt an. Ein Schwerpunkt dabei war vor allem die Bundesautobahn 9 mit den teils schweren Unfällen und dem Problem der oftmals nicht funktionierenden Rettungsgasse sowie die kilometerlangen Staus durch winterliche Witterung. Kurz nach 23.30 Uhr machten sich die Einsatzkräfte auf, die Zelebrierung des Jahreswechsels in Schleiz gemeinsam zu beobachten. Dafür ging es für die Einsatzkräfte auf den Buchhübel am Schleizer Dreieck. Der Zeitpunkt des Aufbruchs zum Aussichtspunkt war dabei von einer gewissen Anspannung belegt, denn die Stunde des erfahrungsgemäß häufigsten Einsatzaufkommens nahte. Deshalb war es für die Einsatzkräfte schon Routine, einen prüfenden Blick auf ihre Piepser zu werfen, bevor es zum Finale ihrer Silvesterfeier ging.

Rund 50 Feiernde blickenvom Buchhübel auf die Stadt

Am Buchhübel, kurz vor dem Jahreswechsel angekommen, herrschte bereits ausgelassene Stimmung. Rund 50 Menschen hatten sich dort eingefunden. Und noch bevor das Krachen zahlreicher Feuerwerksraketen am Nachthimmel zum Jahreswechsel zu vernehmen war, knallten von den Schleizer Bürgern auf dem Buchhübel die Sektkorken. Das anschließende Feuerwerk über der Stadt Schleiz bot vom Buchhübel aus ein fantastisches Bild. Ganz im Hintergrund die erleuchtete Bergkirche und ringsherum ein Meer von Farben durch die explodierenden Feuerwerksraketen. Sie beleuchteten nicht nur den Nachthimmel, sondern auch die sonst bei Dunkelheit vom Buchhübel kaum zu erkennenden Türme des ehemaligen Schleizer Schlosses.

Und kaum waren die Feuerwehrleute wieder auf ihrem Weg ins Feuerwehrgerätehaus, hörten sie über den Funk ihre Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Lobenstein. Gegen 0.25 Uhr kam es offenbar zu einem Fassadenbrand in der Kurstadt, das Sirenengeheul im Hintergrund war deutlich zu hören. Wenige Minuten später eine erfolgte wohl eine erneute Alarmierung. Doch auch dieses Mal traf es ebenfalls die Feuerwehrleute der Kurstadt, wo sich offenbar durch einen Feuerwerkskörper eine Mülltonne entzündet haben musste. Die Schleizer unternehmen noch eine kurze Kontrollfahrt durch die Schleizer Kernstadt. Glücklicher Weise stellten die Einsatzkräfte jedoch nichts außer durch Feuerwerkskörper stark verqualmte Straßen fest.

Bürgermeister danktfür die Bereitschaft

Nur kurze Zeit, nachdem sich die Schleizer Einsatzkräfte wieder in ihrem Gerätehaus eingefunden hatten, meldete sich Besuch an. Denn der Schleizer Bürgermeister Marko Bias (CDU) ließ es sich nicht nehmen, seinen Feuerwehrkräften einen Besuch abzustatten. „Wir können froh sein, dass unsere Feuerwehr sich in dieser Nacht für Einsätze bereit hält, damit unsere Bürger feiern können und im Notfall schnelle Hilfe bekommen, wenn sie gebraucht wird“, sagte Marko Bias anerkennend.