Der Eisenacher Graffiti-Sprayer Max Kosta darf in Erfurt eine superlange Wand gestalten – ganz legal

Eisenach  Der Künstler gewinnt den Wettbewerb der Erfurter Stadtwerke für die Gestaltung eines Umspannwerkes

Ein Ausschnitt des Entwurfes für die längere Wand des Umspannwerkes am Stadtrand der Landeshauptstadt Erfurt. Max Kosta erzählt die Geschichte der Energiegewinnung mit historischen Persönlichkeiten, wie Ampère, Siemens und Volta. Die Umsetzung beginnt dieses Jahr. Collage: Max Kosta

Ein Ausschnitt des Entwurfes für die längere Wand des Umspannwerkes am Stadtrand der Landeshauptstadt Erfurt. Max Kosta erzählt die Geschichte der Energiegewinnung mit historischen Persönlichkeiten, wie Ampère, Siemens und Volta. Die Umsetzung beginnt dieses Jahr. Collage: Max Kosta

Foto: zgt

„Ich bin glücklich über den ersten Preis und hoffe, dass ich damit die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken vertiefend in Erfurt verbessern kann“, sagt Max Kosta.

Der in Eisenach ansässige Graffiti-Sprüher und Kunstmaler hat gerade einen Wettbewerb der Erfurter Stadtwerke gewonnen und wird, sobald es das Wetter zulässt, das Umspannwerk Melchendorf am Rande von Erfurt neu gestalten. Der 27-jährige konnte sich mit seinem Entwurf durchsetzen, auf dem er die Entwicklung der Elektrizität und Stromgewinnung in Bildern erzählt. Die lange Wand sei wie dafür geschaffen, eine Geschichte zu erzählen, sagt Kosta.

Neues Ladenlokal in Eisenach eröffnet

Die beginnt in der Vergangenheit auf einem Feld, auf dem sich prägende Persönlichkeiten tummeln: André-Marie Ampère, Siemens und Alessandro Volta, der Erfinder der Batterie und einer der Begründer der Elektrizitätslehre. Anschließend thematisiert Kosta die Industrialisierung bis hin zur Entwicklung ressourcenschonender und regenerativer Energien.

In einem Kopf-an-Kopf-Rennen habe sich der Eisenacher Künstler gegen 22 weitere Sprayer durchgesetzt, heißt es von den Stadtwerken in Erfurt. Mit dem ersten Platz ist ein Preisgeld von 1000 Euro verbunden. Ein durchaus reeller Preis, denn für die große Fläche holt sich Kosta bei der Umsetzung Unterstützung bei seinen Kollegen Herr Haase (Erfurt) und Denzel P. (Bad Salzungen).

Es ist nicht Kostas erstes Projekt für die Erfurter Stadtwerke, aber diese Wand könnte der Auftakt für eine Serie sein. Neben den Umspannwerken gehen die Stromversorger auch bei den kleineren Stationen zu einer kreativen Gestaltung über.

Kostas Idee ist es nun, die abgebildeten Persönlichkeiten auf den Stationen einzeln zu thematisieren. Damit bekäme die Gestaltung ein Gesicht und einen roten Faden, erzählt der Künstler. Unterdessen betreibt der Neu-Eisenacher mit dem „Studio35“ seit Kurzem ein Ladenlokal für Designartikel, Mode und Kreatives in der Katharinenstraße 35. Hier gibt es nicht nur Spraydosen zu kaufen, betont Max Kosta. Der Laden funktioniere auch als Galerie, in der sich Interessierte einen Überblick über sein Schaffen und die europaweiten Projekte verschaffen können.

Einige seiner Werke waren bereits in Paris, London, Amsterdam, Mailand oder Barcelona zu sehen. Als Freiberufler beschäftigt er sich seit acht Jahren intensiv mit „Street und Urban Art“. Seine Entwicklung in Typographie, Graffiti und Bildkomposition gibt es am „Schiffchen“ übrigens auch zum Sommergewinn zu sehen.

Dann will er die Türen für alle Interessierten öffnen. In Eisenach ist er außerdem mit der Gestaltung der Wand hinter dem Parkplatz an der Brauerei beschäftigt. So bald das Wetter besser wird, arbeitet er hier an der Wartburg weiter.