Die Kommode der Erbprinzessin soll zurück nach Gotha

Gotha  Der Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein wirbt für Spenden, um ein seltenes Möbelstück dauerhaft nach Gotha zurückzuholen.

Freundeskreis-Chef Jochen Peter zeigt hier auf die Kommode, für die Spenden gesammelt werden sollen. Foto: Conny Möller

Freundeskreis-Chef Jochen Peter zeigt hier auf die Kommode, für die Spenden gesammelt werden sollen. Foto: Conny Möller

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Um ein ganz besonderes Möbelstück macht derzeit der Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Werbung. Bei dem Stück handelt es sich um eine Kommode, die ursprünglich aus dem herzoglichen Besitz stammt und für die Dauerausstellung im Schloss zurück erworben werden soll.

Im August dieses Jahres erhielt die Stiftung Schloss Friedenstein einen Hinweis vom Kunst- und Auktionshaus Martin Wendl in Rudolstadt, dass in der nächsten Auktion eine Kommode versteigert werden soll, die ursprünglich im Besitz der Coburg-Gothaer Herzöge war und im Schloss Friedenstein stand. Die Stiftung informierte sofort den Chef des Freundeskreises Kunstsammlungen Schloss Friedenstein, Jochen Peter, der sofort die Initiative ergriff, um das wertvolle Teil wieder an seinen angestammten Platz zurückzuholen.

Bei dem angebotenen Stück handelt es sich um eine Kommode aus der Werkstatt des in Leipzig tätigen Möbeltischlers Friedrich Gottlob Hoffmann (1741-1806). Hoffmann war einer der ersten Möbeltischler, der seine Werkstatt als „Betrieb“ führte und die Kunden über gedruckte und illustrierte Kataloge über seinen Warenbestand informierte. Bürger wie Fürsten konnten so aus Musterkatalogen bestellen. Zahlreiche Möbel gelangten so nach Gotha. Verschiedene Tische, Stühle und Sitzbänke sind noch nachweisbar.

Die angebotene Kommode stammt aus den 1780er-Jahren. Sie ist in einem guten und durchaus ausstellungsfähigen Zustand, davon konnten sich jüngst die Besucher der Museumsnacht ein Bild davon machen. Noch heute sind Möbel aus der Kunsttischlerei und Manufaktur Friedrich Gottlob Hoffmann begehrt und erzielten auf dem Antiquitätenmarkt gute bis sehr gute Preise.

Laut letztem Schlossinventar um 1910 mit Nachträgen bis 1940 steht Kommode, Mahagoni, drei Schübe mit vergoldeten Messingbeschlägen und Einlagebänder (Perlstabmuster) gedrückt, vier hohe Füße, Rückseite mit Brandstempel E für Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha (1784-1844, reg. von 1826) und Cap.VI.No.50. Der Preis der Kommode beträgt 8500 Euro und wurde durch Vermittlung und finanzieller Unterstützung des Kunst-Auktionshauses Wendl in Rudolstadt ermöglicht. „Unser Freundeskreis will dieses seltene Möbelstück erwerben“, sagt Jochen Peter. Aus diesem Grund wurde jetzt zu einer Spendenaktion aufgerufen. „Wir haben zur weiteren Unterstützung am 23. November, um 19 Uhr, ein Benefiz-Konzert mit den Kammermusikfreunden Erfurt in der Schlosskirche geplant“, so Peter.

Zur jüngsten Museumsnacht hatten die Besucher bereits Gelegenheit, einen Blick auf das kostbare Möbelstück zu werfen, das das Auktionshaus zur Verfügung stellte. Ein Infoständer sorgte darüber hinaus für die entsprechenden Informationen und eine Spendenbox für die ersten Geldscheine. Die Kommode soll künftig dauerhaft ihren Platz im Bereich des westlichen Seitenflügels im Appartement der Erbprinzessin Luise finden.

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