Drei-Türme-Lauf wird zum Volksfest in Bad Langensalza

Bad Langensalza  1115 Sportler bewältigen die Strecken. Großer Zuspruch der Zuschauer. Marcel Krieghoff siegt zum sechsten Mal in seiner Wahl-Heimatstadt

Marcel Krieghoff (Startnummer 1904) siegte vor Michael Wallbraun (1950) im Hauptlauf über 12,5 Kilometer. Foto: Daniel Volkmann

Marcel Krieghoff (Startnummer 1904) siegte vor Michael Wallbraun (1950) im Hauptlauf über 12,5 Kilometer. Foto: Daniel Volkmann

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Sechster Sieg im Hauptlauf über 12,5 Kilometer nacheinander. Der Drei-Türme-Lauf in Bad Langensalza ist untrennbar verbunden mit dem Namen Marcel Krieghoff. Er ist der König des Laufes in seiner Wahl-Heimatstadt. „Das war ein bombastisches Heimspiel. Der Lauf ist förmlich explodiert“, meint Krieghoff. 20 Stunden nach seinem Sieg beim Arnstädter Citylauf über 10 Kilometer („Da wollte ich eigentlich Bestleistung laufen, aber die Bedingungen waren nicht förderlich.“) konnte ihm auch der starke Mühlhäuser Michael Wallbraun nicht Paroli bieten.

Bad Langensalza lebte den Lauf am Sonntag. Das spiegelte sich an der Zahl der Zuschauer in der Innenstadt wider und natürlich auch an der Zahl der Starter. 1115 waren es – Bambini- und 3,5-Kilometer-Jedermannläufer inbegriffen. Mehr als 80 Helfer vom ausrichtenden Verein, dem SV Empor Bad Langensalza, und aus dessen Umfeld sorgten dafür, dass es mit der Anmeldung und auch mit der Führung der Sportler durch die Stadt und ihr Umfeld reibungslos lief. Dazu kamen die, die sich um die Versorgung kümmerten, unter anderem die seit 71 Jahren existierende Abteilung Gymnastik des SV Empor.

Lauf ist klare Nummer eins im Landkreis

Marcel Krieghoff, der in zwei Wochen beim Marathon über den Rennsteig unter zweieinhalb Stunden bleiben will, findet es „grandios“, wie sich der Lauf entwickelt hat. Nämlich zur klaren Nummer eins im Landkreis und in Nordthüringen.

Der Frauen-Sieg über die 12,5-Kilometer-Strecke ging nach Dresden, an Karen Kromp. Der Bad Langensalzaer Sven Leh-nert – er wurde Gesamt-Vierter und kehrt für den Lauf regelmäßig in die Heimat zurück – hatte die 35-Jährige mit in seine Heimatstadt gebracht. „Sie hat mir vorher nicht geglaubt, dass sie gewinnen kann“, meint Lehnert. Er dagegen war sich schon sicherer. Seine Herzensdame setzte sich deutlich durch vor Krieghoffs Ehefrau und Vorjahressiegerin Luise.

Die fünf Kilometer gehörten dem Nachwuchs. Vor allem im weiblichen Bereich, wo die elfjährige Emma Scheler (Creaton Großengottern) vor der nur ein Jahr älteren Emma Herwig (SV Mühlhausen) aus Hollenbach siegte. Bei den Männern ging der Sieg nach Erfurt, an Maximilian Hoyer, vor dem aus Aschara kommenden 400-Meter-Sprinter Lucas Friedrich, der im Vorjahr gewonnen hatte.

Erstaunlich der Auftritt des kleinen Thorben Tobias Bimiok, der für den FSV Preußen an den Start ging. Der zierliche Kerl, der als Sieger der Altersklasse der Zehn- und Elfjährigen geführt wurde, begeisterte die Zuschauer als Gesamtsechster. Er war einer der Jüngsten in den Hauptläufen über fünf und 12,5 Kilometer. Der Älteste war Manfred Baumann aus Erfurt – Jahrgang 1932, der die lange Strecke bewältigte.

Erstmals Teil einer Thüringer Laufserie

Es waren die Details, die zeigten, wie sehr der Lauf in seinem erst sechsten Jahr in der Stadt verwurzelt ist. In der Innenstadt und bei Firmen hatte man mit Fotos aus dem Vorjahr auf das Ereignis hingewiesen; mehr als 100 Fotos lagen im Meldezelt aus, in denen man in Erinnerung schwelgen konnte an die fünfte Auflage im Jahr 2016.

Der erste Jubel des Tages hatte Helene Stiefel (13/Creaton Großengottern) aus Oberdorla gegolten. Die 13-Jährige war – wie später bei den Jungs Adrian Richter (Preußen Bad Langensalza) die Schnellste bei den Schülern über einen Kilometer.

„Wir sind froh, dass der Lauf auch bei Kindergärten und Schulen so gut angenommen wird. Wo man besonders dafür trommelt, das spiegelt sich auch in den Teilnehmerzahlen wider“, meint Enrico Esche, einer der Hauptorganisatoren. Einem anderen gönnte man in diesem Jahr – zumindest für eine gute halbe Stunde – eine Auszeit vom Organisieren: Dirk Nürnberger durfte kurz vor dem Start – in aller Öffentlichkeit – seine Wettkampftasche entgegennehmen; er floh aus dem Stress eines Organisators in die entspannte Rolle eines Sportlers.

Dass so viele sich noch am Lauftag für einen Start meldeten, schreibt Enrico Esche dem schönen Laufwetter am Sonntagvormittag zu, das viele Einheimische kurzfristig zum Start bewegt habe, aber auch der Aufnahme des Laufes in den Thüringer Klassikercup, einer thüringenweiten Laufserie. „So viele Starter aus Erfurt und auch aus Ostthüringen hatten wir noch nie hier bei uns in Bad Langensalza.“