Einhundert Kilometer-Marsch zugunsten brandverletzter Kinder

Waltershausen  Sportliche Feuerwehrleute starten Spendenaktion. Teilnehmer aus ganz Deutschland und der Schweiz

Michel Mallon (links) und Tommy Hopf zeigen einen Feuerlöscher, der zweckentfremdet wurde. Das Feuerlöscher-Gehäuse bekam einen Schlitz, durch den unterwegs Bargeldspenden eingeworfen werden können. Mallon ist der Organisator des Laufes. Hopf hat die Metallarbeit verrichtet.

Michel Mallon (links) und Tommy Hopf zeigen einen Feuerlöscher, der zweckentfremdet wurde. Das Feuerlöscher-Gehäuse bekam einen Schlitz, durch den unterwegs Bargeldspenden eingeworfen werden können. Mallon ist der Organisator des Laufes. Hopf hat die Metallarbeit verrichtet.

Foto: Peter Riecke

Einhundert Kilometer in voller Einsatzausrüstung und das in nur 24 Stunden durch den Landkreis Gotha zu laufen, das ist die große Herausforderung, der sich Feuerwehrleute aus Deutschland und der Schweiz am Ostersonnaben, dem 31. März ab 9 Uhr stellen wollen. Die Initiative geht von einer kleinen Gruppe sehr sportlicher Feuerwehrleute aus. Es sind sieben ehrenamtliche Brandbekämpfer, darunter eine Frau.

Unter dem Titel „firefighermuscle“ (englisch für Feuerwehrmänner und Muskeln) trainieren sie ihre Fitness, um den hohen physischen Anforderungen der Einsätze gewappnet zu sein und auch andere Feuerwehrleute anzuregen, etwas für ihre Fitness zu tun. Seit 2017 verbinden sie dies darüber hinaus mit sozialen Zwecken, sind beispielsweise beim Rennsteiglauf-Herbstlauf mitgelaufen und haben 1100 Euro Spenden eingeworben, die den beiden Waltershäuser Kindergärten (am Schönrasen und in Ibenhain) zugute kamen. Zuvor im Mai lief Michael Mallon die Nordic-Walking-Strecke des Rennsteiglaufes ebenfalls in vollen Montur. Da kamen 600 Euro zusammen, die Mallon dem Kindergarten Schönrasen für eine neue Rutsche zur Verfügung stellte.

Nun wollen sich die Sieben deutlich steigern und 100 Kilometer in 24 Stunden schaffen, berichtet Organisator Mallon.

Die gute Absicht sprach sich schnell herum

Doch die Absicht und der gute Zweck sprachen sich herum. Es werden nun am Sonnabend 81 Teilnehmer aus verschiedensten Regionen Deutschlands und der Schweiz sein, die sich an die lange Strecke wagen. Es sind freiwillige Feuerwehrleute, Berufsfeuerwehrleute und Angehörige von Werksfeuerwehren dabei. Ein Läufer, Roberto Gerstner, ist kein Feuerwehrmann, hat sich aber auf eigene Kosten Einsatzbekleidung und Ausrüstung zugelegt, um unter den gleichen Bedingungen wie alle anderen zu laufen.

Mallon war selbst überrascht von der Resonanz. Es hätten auch 200 Teilnehmer sein können, aber aus organisatorischen Gründen haben sie das Teilnehmerfeld begrenzen müssen.

Ein Feuerwehrmann wird auf seinem Rücken einen speziell präparierten Feuerlöscher tragen. Der Löscher ist leer, aber das Gehäuse hat einen kleinen Schlitz. Dort sollen die Spenden hineingesteckt werden.

27 Stationen und ­ 10 000 Euro als Spendenziel

Sollte dabei viel Hartgeld zusammen kommen und das Feuerlöschergehäuse sehr schwer werden, wird es von Teilnehmer zu Teilnehmer weiter gegeben. Das Ziel ist anspruchsvoll: 10 000 Euro. Stationen sind 27 Feuerwehren in den Orten des Landkreises. Dort werden die jeweiligen Feuerwehrvereine Spenden übergeben. Schon jetzt sind allein nach der Ankündigung des Laufes über 2700 Euro zusammen gekommen. Dazu zählen auch die Startgebühren, denn alle Einnahmen sollen übergeben werden.

An der Strecke helfen die örtlichen Feuerwehrvereine auch mit Verpflegungspunkten. An vielen Stellen sind Osterfeuer geplant. Bei der Gothaer Berufsfeuerwehr sind Physiotherapeuten in Bereitschaft und es werden die Cheerleader der Rockets auftreten. In Sonneborn und Eberstädt wurden vor dem Lauf sogar Handzettel in die Briefkästen gesteckt, um möglichst viele Einwohner zu erreichen, berichtet Ortsbrandmeister Kevin Ulbrich. Ab 13 Uhr werden vor dem Sonneborner Feuerwehrgerätehaus Speisen und Getränke verkauft. Erlöse kommen der Aktion zugute, informiert er weiter.

Begünstigter soll diesmal der Verein „Paulinchen — Initiative für brandverletzte Kinder“ sein.

Stationen auf dem 100-Kilometer-Lauf

Start ist an der Feuerwehr Waltershausen am Samstag, dem 31. März um 9 Uhr.

Die Stationen lauten:

Wahlwinkel ( ca. 9.45 Uhr) — Hörselgau (10.30 Uhr) — Fröttstädt (11 Uhr) — Teutleben (11.30 Uhr) — Weingarten (12.45 Uhr) — Friedrichswerth (13.30 Uhr) — Sonneborn (15 Uhr, kleines Volksfest) — Wangenheim (15.30 Uhr) — Hocheim (16.15 Uhr, Osterfeuer) — Westhausen (circa 16.45 Uhr, Osterfeuer) Warza (17.30 Uhr, Osterfeuer) — Goldbach (8.15 Uhr) — Remstädt (19.15 Uhr, Fußballspiel auf dem Sportplatz) — Berufsfeuerwehr Gotha Oststraße (20 Uhr, Auftritt der Rockets-Cheerleader) — Gotha-Siebleben (20.45 Uhr) — Seebergen (22 Uhr) — Wechmar (22.45 Uhr) — Schwabhausen (22.30 Uhr, Osterfeuer) — Hohenkirchen (0.45 Uhr, Osterfeuer) — Georgenthal (1.31 Uhr) — Catterfeld (2.15 Uhr) — Finsterbergen (3 Uhr) — Friedrichroda (4 Uhr) — Tabarz (5.15 Uhr) — Langenhain (6 Uhr ).

Zielankunft in Waltershausen am 1. April gegen 7 Uhr.

Eine Karte des Streckenverlaufes steht im Internet unter www.firefightermuscle.com/event . Der Standort der Läufer kann dort in Echtzeit verfolgt werden.