Eisenach: Neue Pläne für „Fürstenhof“ vorgestellt

Eisenach  Bauvoranfrage von Eigentümer Thomas Cannon mit Auflagen von Stadtverwaltung und Fachausschuss befürwortet

So könnte die Bebauung des früheren Hotels „Fürstenhof“ zwischen Waisen- und Luisenstraße nach den Vorstellungen der Architekten und des Eigentümers aussehen.

So könnte die Bebauung des früheren Hotels „Fürstenhof“ zwischen Waisen- und Luisenstraße nach den Vorstellungen der Architekten und des Eigentümers aussehen.

Foto: Sauerbier Wagner Giesler GbR

Die Realisierung des Abbruchs samt Neubauten auf dem Areal des früheren Hotels „Fürstenhof“ an der Luisenstraße in Eisenach ist einen Schritt weiter gekommen. Einstimmig befürwortete der Bauausschuss am Montag die detailreiche Bauvoranfrage von Eigentümer Thomas Cannon – mit einigen Auflagen. So sieht die Stellungnahme der Verwaltung vor, dass die seitlich an das zu erhaltende Hauptgebäude angebauten Teile keinen Versatz von mehr als zwei Meter aufweisen dürfen. Sonst würde dem historischen Baukörper zu viel an Wirkung genommen.

Zugestimmt hat der Ausschuss dem Abriss des Komplexes bis auf die Einzelvilla. Der historische Erker ist laut Gutachten nicht sanierungsfähig. Das ehemalige Spielcasino wird dagegen nicht angegriffen. Der verbleibende historische Gebäudeteil wird durch die besagte Anbauten ergänzt. Ein Teil der überlieferten Gebäudesilhouette wird damit bewahrt beziehungsweise nachempfunden. Somit werde eine Adaption eines Teils des Altbaukomplexes in Anlehnung an seine überlieferte Baugeometrie realisiert. Im Hinterland entstehen vier Stadtvillen. Der Bauausschuss diskutierte die von der Verwaltung kommentierte Bauvoranfrage im Beisein des Eigentümers intensiv. Thomas Cannon war es zu verdanken, dass sich die Ausschussmitglieder und berufenen Bürger anhand eines Entwurfsmodells schon im Stadion der Bauvoranfrage ein Bild von der architektonischen Umsetzung des Projektes machen konnten.

Für Matthias Beyer-Schubert, Architekt und berufener Bürger, kamen die Fotos zu unvorbereitet auf den Tisch. Er regte an, dass die Architekten ihre Intention dem Ausschuss direkt vortragen sollten, um das Projekt besser bewerten zu können.

Von Seiten der Stadtverwaltung sieht er die Details „schlecht kommuniziert“, musste sich aber von Bauausschussvorsitzendem Dieter Suck (CDU) ins Stammbuch schreiben lassen, dass derartige Entwurfsansichten normalerweise kein Bestandteil einer Bauvoranfrage sind. Für Stadtentwicklungs-Amtsleiterin Kerstin Menge wäre Schuberts Vorschlag wegen der Bedeutung dieses Objektes und den mit der Immobilie verbundenen Emotionen der Menschen der Stadt durchaus akzeptabel. Ausschussvorsitzender Suck aber zog die Notbremse: „Wenn wir sowas einmal anfangen, dann machen wir ein Fass ohne Boden auf.“

Die Entwürfe stießen im Bauausschuss auf Lob und Akzeptanz, auch wenn Details noch diskutabel scheinen. Beyer-Schubert sind die vier vorgesehenen Stadtvillen zum Beispiel „zu seriell“. Sie sind derzeit im historisierenden Stil einheitlich geplant. Für Architekt Max von Trott zu Solz ist der Versatz der Anbauten an die zu erhaltende Einzelvilla sogar ein passables Element.

Zur Karlsplatz-Gestaltung:

Die ausgeschriebene Sanierung der Stützmauer am Karlsplatz ist laut Stadtverwaltung die erste Aufgabe.

Für die Gesamtgestaltung habe die Stadt laut Baubürgermeister Uwe Möller unter dem Aspekt der für die Oberflächengestaltung ausschlaggebenden Verkehrsplanung (Öffentlicher Personennahverkehr, Nikolaitordurchfahrt) eine Lösung gefunden, die öffentlich vorgestellt werden soll.

Einen konkreten Termin für die Präsentation nannte Möller, der schon vor sieben Wochen Fakten liefern wollte, im Bauausschuss nicht. Er ließ sich zumindest auf eine Aussage festlegen: „Dann“.