Eisenacher Waldorf-Schüler stellen Apfelsaft her

Eisenach  Mobile Saftpresse gehört einer Umweltschutzgruppe. Interessierte können ihre Äpfel bringen und Saft kaufen

Kinder der Waldorfschule können an der rund 80 Jahre alten Presse mithelfen. Immer mit dabei sind Mira Thieler, Marcus Gottschalk und Georg Lesser vom Projekt „Save Nature Group“, die sich in der Region vielfältig für den Umwelt- und Naturschutz engagieren. Foto: Sascha Willms

Kinder der Waldorfschule können an der rund 80 Jahre alten Presse mithelfen. Immer mit dabei sind Mira Thieler, Marcus Gottschalk und Georg Lesser vom Projekt „Save Nature Group“, die sich in der Region vielfältig für den Umwelt- und Naturschutz engagieren. Foto: Sascha Willms

Foto: zgt

Schicht für Schicht füllt Mira Thieler die zerkleinerten Apfelstücke in die Presse. Oben drauf kommt schließlich die hölzerne Pressplatte, bevor die Kinder kräftig drehen dürfen. Wie in einer riesigen Kloßpresse wird die Masse verdichtet – und unten läuft frischer Apfelsaft in einen Kanister.

„Die Presse ist rund 80 Jahre alt. Wir haben sie selbst restauriert, jetzt funktioniert sie wieder einwandfrei“, sagt Georg Lesser. Der 25-Jährige stammt aus Eisenach und hat mit Gleichgesinnten in Leutenberg nahe Saalfeld die „Save Nature Group“ gegründet.

Ein Projekt ist die mobile Saftpresse, die sich Schulen und andere Einrichtungen auf Anfrage auf den Hof holen können. Diese und nächste Woche steht der Anhänger an der Waldorfschule in Eisenach. „Gerne dürfen uns Äpfel vorbeigebracht werden“, sagt die Eisenacherin Mira Thieler und schaltet den Häcksler an. Bevor die Äpfel in die Presse kommen, müssen sie gewaschen und zerkleinert werden. „Die Kinder sind bei allen Schritten dabei, sie können sogar mithelfen“, sagt Thieler. Bevor der Saft fertig ist, muss er aber noch erhitzt werden. Das passiert schonend, so dass die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. „Unser Apfelsaft soll ein nachhaltiges Naturprodukt sein“, erklärt Georg Lesser.

Fertigen Saft haben die jungen Menschen auch dabei. Wer welchen mitnehmen möchte, macht den Umweltschützern mit einer Spende eine große Freude. Schließlich hat die Umweltgruppe noch andere Projekte.

Die Idee zur Gruppe sei in Indien geboren worden. „Nachdem wir gesehen haben, wie viel unseres Mülls auf der anderen Seite der Erde landet, wollen wir bei uns etwas dagegen tun“, erzählt Lesser. Seit einigen Monaten organisieren die jungen Leute nun thüringenweit Müllsammelaktionen und legen neue Naturschutzgebiete an. So haben sie nahe Saalfeld bereits eine neue Streuobstwiese angelegt.

Noch in diesem Jahr werde eine weitere nahe Trusetal dazukommen. Möglich werde eine neue Streuobstwiese, wenn Privatleute dazu ihre Flächen zur Verfügung stellen, so Lesser weiter. Die „Safe Nature Group“ sei mittlerweile auf 30 Mitglieder gewachsen und steht als gemeinnützige Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkte gUG) auf rechtlichen Füßen. Mit ihren Erfahrungen helfen die Mitglieder beim Anlegen der Wiese. Sie wissen, wie weit die Bäume zum Beispiel auseinander stehen müssen, wie tief und wann sie in den Boden kommen und welche Baumarten sich daneben wohlfühlen.

Und noch ein drittes Standbein bauen sich die jungen Umweltschützer auf. Die Erfahrungen der Indien-Reise einiger ihrer Mitglieder haben sie in einem Erlebnisvortrag gesammelt, den sie auf Wunsch vor Schulklassen und in Abendveranstaltungen halten.

Auch in der Eisenacher Waldorfschule sei so ein Vortrag angedacht. Schließlich seien die Verbindungen zu der Einrichtung gut, Mira Thieler war bis vor ein paar Jahren selbst noch Schülerin hier.

Die Waldorfschule ist in der Ernst-Thälmann-Straße 62, mehr Informationen über die „Save Nature Group“ gibt es im Internet: www.save-nature-group.de

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