Fackel für Angrillen in Erfurt kommt aus Arnstadt

Arnstadt/Erfurt  Start der Grillsaison in der Landeshauptstadt von Dauerschneefall begleitet – Dennoch bildeten Fans des Thüringer Kulturguts lange Schlangen

Wegen der eisigen Kälte starteten die Fackelläufer in diesem Jahr vor der Liebfrauenkirche in Arnstadt. Dann ging es zur Rostkultur auf den Erfurter Domplatz.

Wegen der eisigen Kälte starteten die Fackelläufer in diesem Jahr vor der Liebfrauenkirche in Arnstadt. Dann ging es zur Rostkultur auf den Erfurter Domplatz.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Mit solch einem Wetter hatten die Freunde der Thüringer Bratwurst noch nicht zu kämpfen. Bei stürmischem Wind, dazu Temperaturen von sechs Grad Minus und Schneefall trugen sie am Samstag das Bratwurstfeuer vom Bratwurstmuseum in Holzhausen zur Eröffnung der Rostkultur in die Landeshauptstadt.

Aufgrund der Kälte starteten sie jedoch in diesem Jahr an der Liebfrauenkirche in Arnstadt. Dort wurden die Läufer mit warmem Tee versorgt und machten sich anschließend mit dem Feuer auf die eisige Reise nach Erfurt.

Veranstalter freuen sich über 12 500 Besucher

Diesmal, so verriet Michael Seever alias „Johann von Siebleben“, der die heldenhaften Frauen und Männer anführte, hatten sie die Strecke auf 21 Kilometer abgekürzt. Acht Kilometer weniger und ein Start in Arnstadt standen diesmal auf dem Programm der erfahrenen Rennsteigläufer, um dem eisig-scharfen Wind und glattesten Strecken zu entgehen. Zwischen großem Geschäftserfolg und geringem Interesse lagen am Samstag auf dem Domplatz nur wenige Meter: Hier gab es begehrten Glühwein, an dem sich die Rostkultur-Besucher gern wärmten, dort harrte wegen der Wetterkapriolen ein Eisverkäufer beinahe völlig vergebens auf Kundschaft.

Denn nicht nur die Riesenbratwurst im Brötchen, als Werbeträger für das Thüringer Grill- und Kulturgut auf halbem Weg zwischen beiden Ständen platziert, trug neben einer Senf- diesmal auch eine Schneeschicht.

Bei Minusgraden war die Grillsaison bereits einmal in den vergangenen zwölf Jahren eröffnet worden, erinnerte sich Uwe Keith vom Bratwurstmuseum in Holzhausen. Nun aber kam erstmals für das Fest auch Schnee hinzu.

Vermeintlich kennt ein echter Thüringer das Wort „Angrillen“ nicht, weil er ganzjährig und wetterunabhängig die Bratwurst auf dem Rost platziert, erwiesen sich die Besucher der Rostkultur am Samstag ebenso winterhart und wetterfest.

Der Riesen-Thüros-Grill war von Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) noch nicht entzündet, da waren die ersten quasi Frühstückswürste schon vertilgt.

Die besten Plätze hatten am Samstag die Bratwurstbrater an den 14 Bratwurstständen an ihrem wärmenden Grill, angesichts der Minusgrade. Rund 12 500 Besucher zählten die Veranstalter dennoch, aus Thüringen, Deutschland, Frankreich, Japan oder Berlin.

„Diese Rostkultur hat gezeigt, dass die Veranstaltung bei den vielen Bratwurstanhängern trotz Winterwetter einen festen Stellenwert besitzt“, zieht Uwe Keith im Namen des veranstaltenden Vereins „Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch“ das Fazit. Trotz Schneefalls bildeten sich lange Schlangen an den Bratwurstrosten der 14 Bratwurstproduzenten aus ganz Thüringens. Ebenso zum Verkosten dessen, was die „Freunde der Thüringer Bratwurst“ auf einer zweiten Bühne als exotische wie traditionelle Rezepte mit der Bratwurst vorstellten.

Tanya Harding kredenzte mit den „Grilltypen 1404“ manch leckere Kreation vom Grillkäse bis zum Bratwurst-Sushi. In der „Thüringer Wurstmanufaktur“ wurde dargestellt, wie vor 200 Jahren die Original Thüringer Rostbratwurst aufwendig noch in Handarbeit hergestellt wurde.

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