Feldulme ist 22. Baumart auf dem Gelände vom "Waldschlösschen" in Mühlhausen

Mühlhausen. Zentrale Veranstaltung von "Thüringer Schullandheime pflanzen Vielfalt" im Mühlhäuser Schullandheim.

Die Kinder der Ferienfreizeit "Talentcampus" pflanzten am Schullandheim "Waldschlösschen" eine Feldulme. Foto: Michael Fiegle

Foto: zgt

Zehn Sekunden vor elf Uhr begannen gestern die Kinder der Ferienfreizeit "Talentcampus" im Außengelände des Schullandheims "Waldschlösschen" rückwärts zu zählen. Punkt elf packten sie die junge Feldulme, versenkten ihren Wurzelballen im vorbereiteten Pflanzloch und schaufelten es mit Erde zu. Dasselbe geschah genau zum selben Zeitpunkt an 13 weiteren der insgesamt 23 Schullandheime in Thüringen.

Eine derartige Synchronpflanzung habe es in Thüringen noch nie gegeben, sagte Rüdiger Faupel. Der Leiter des Schullandheims "Waldschlösschen" hatte die Idee für dieses Projekt des Thüringer Landesverbandes der Schullandheime. Finanziert wurde es vom Landesverband Thüringen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der seinen Sitz im Wasserschloss Seebach hat. Teilgenommen hatten auch Schullandheime in Beinrode (Eichsfeldkreis), Fischbach (Südthüringen), Gera, Ilmenau, Geraberg, Heubach, Jena, Nordhausen, Seelingstädt, Tonndorf, Langenwetzendorf, Zella-Mehlis und Zeulenroda-Triebes.

Gepflanzt wurden, dem Motto "Thüringer Schullandheime pflanzen Vielfalt" entsprechend, Spitzahorne, Walnussbäume, Eichen, Elsbeeren, Ebereschen, eine Knorpelkirsche, Tannen und Bergulmen. Mit der Feldulme kam die 22. Baumart auf das Gelände des Schullandheims "Waldschlösschen". Sie ergänzt den dortigen Bestand aus 223 Bäumen, unter denen sich weitere seltene Arten befinden, wie etwa die Eibe, die Elsbeere, der Wildapfel und der Baum des Jahres 2014, die Traubeneiche.

"Natur und Umwelt" sind in vielen Thüringer Schullandheimen das zentrale Thema", sagte Landesverbandsvorsitzender Ulf Biedler. Viele seien ebenso wie das Schullandheim "Waldschlösschen" in naturnaher Umgebung gelegen. Der in dem von ihm geleiteten Schullandheim Beinrode zeitgleich gepflanzte Spitzahorn, sei typisch für die Region und auf dem Gelände noch nicht vorhanden gewesen.

Pflanzaktion ist Symbol für die Vielfalt an Themen

Die Pflanzaktion sei gleichermaßen ein Symbol für die Vielfalt an Themen, die in den Thüringer Schullandheimen angeboten werden, erläuterte Rüdiger Faupel in seiner Laudatio. So vielfältig die gepflanzten Bäume, so vielfältig seien auch die Herangehensweisen der Menschen an das Leben. Die Fotos, die während der Pflanzaktion entstanden, seien ab sofort bei facebook.de zu sehen. Aus den besten werde man ein Plakat gestalten, mit dem man auf Großveranstaltungen für den Landesverband der Schullandheime Werbung machen wolle.

Das seien zum Beispiel bundesweite Bildungssymposien oder der "Tag des offenen Landtags" in Erfurt. Die Poster stünden den Thüringer Schullandheimen auch für eigene Veranstaltungen zur Verfügung, wie Umwelt- und Werkstatttage und den "Tag des Baumes".

Das Projekt passe sehr gut zu den Zielen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die sich für den Erhalt und die Pflege des Waldes einsetzt und Kindern und Jugendlichen die Bedeutung des "Ökosystems Wald" näherbringt. Die Feldulme werde den Schülern der vierten Klassen auch im Unterricht vorgestellt, ergänzte Claudia Zanker (SPD). Die für das Schullandheim Waldschlösschen zuständige Ausschussvorsitzende im Kreistag des Unstrut-Hainich-Kreises freute sich, dass sie dafür nun ein Anschauungsbeispiel parat hat. Denn die Schüler der von ihr geleitenden "Grundschule Unstruttal" in Ammern seien oft zu Gast im Waldschlösschen. Begleitend zur Synchronpflanzung stellten die Kinder der Ferienfreizeit "Talentcampus" die von ihnen geschaffenen Baumpoträts und Baumbilder vor. Ebenso waren die von den Kindern gestalteten Entwürfe für ein Logo des neuen Projektes "BaumARThüringen" des Schullandheims "Waldschlösschen" ausgestellt.

Zeitgleich zur Synchronpflanzung der Thüringer Schullandheime wurde in Berlin mit dem Feldahorn auch der Baum des Jahres 2015 bekannt gegeben.

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