Festumzug krönte die Rühler Kirmes und das Kirchenjubiläum

Das diesjährige Kirchweihfest stand ganz im Zeichen des 350. Geburtstages der St.- Concordia-Kirche. Schon am Ortseingang standen Wachposten in alten Uniformen und boten einen "Erlaupniß Schein" an, wie er wohl vor 350 Jahren von der "Kirch Gemein Sant Concordia, seine Hochwürden Herr Pfarrer und dem Schultheiß" auch ausgegeben worden sein könnte.

Bei der Kostümierung bewiesen die Vereine große Kreativität. Foto: Susanne Reinhardt

Bei der Kostümierung bewiesen die Vereine große Kreativität. Foto: Susanne Reinhardt

Foto: zgt

Ruhla. Die etwa 40 Laufgruppen erzählten von Messerschmieden, die im 18. Jahrhundert nach Eberswalde ausgewandert sind, von den Rühler Lütern, die den Arnstädtern das Glockenläuten beigebracht haben sollen, stellten die Sage vom Schmied und dem Landgrafen nach, genauso wie die Festtags- und Alltagskleidung der Edelläute oder Bauern mit Sichel und Schubkarren oder der Handwerker.

Die verschiedenen Vereine demonstrierten wiederum die Verbundenheit mit der Kirchgemeinde. Sie haben alle das Ziel, das kulturelle Leben im Ort zu pflegen unter dem Motto "Suchet der Stadt Bestes". So fehlten zum Beispiel auch die lustigen Sommerskiläufer nicht, die diesmal in Nonnen- und Mönchskutten auf den Holzbrettern standen und einen Kardinal im Wagen mitführten. Vorneweg lief wohl der spukende Pfarrer Feuchter, der im 17. Jahrhundert auf der geteilten Eisenacher Seite des Ortes gelebt und später für Schauergeschichten gesorgt hatte. Auch die gesamte Lux-Familie fehlte nicht. In Zylinder und Frack, Reifrock und Hut, die Damen in Spitzenschirm waren die Mitglieder des Lux-Festspielvereins geschlüpft.

Der Zug führte durch die historische Köhlergasse und endete auf dem neuen Markt, wo bereits der Festplatzbetrieb zahlreiche Gäste angezogen hatte. Am Abend wurde im Kirmesfestzelt getanzt.