„Fürstenhof“: Teilabriss und Sicherung in Sicht

Eisenach  Stadt will Auftrag für Sicherungskonzept in Kürze vergeben. Eigentümer kündigt Bauantrag und Beginn der Abrisse für Dezember an

Die Sicherung erhaltenswerter Teile und der genehmigte Teilabriss am „Fürstenhof“ soll um die Jahreswende beginnen. Foto: Klaus Wuggazer

Die Sicherung erhaltenswerter Teile und der genehmigte Teilabriss am „Fürstenhof“ soll um die Jahreswende beginnen. Foto: Klaus Wuggazer

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Zum Jahresanfang 2017 könnten die Sicherungsarbeiten am ehemaligen Hotel „Fürstenhof“ beginnen. Noch im Dezember will der Besitzer des Areals zudem einen Bauantrag einreichen und mit den genehmigten Abrissen von Teilen des Gebäudes beginnen.

Nachdem es im Sommer noch Auseinandersetzungen über die weitere Vorgehensweise und insbesondere über die Betretung des Geländes für ein Sicherungskonzept zwischen Stadt und Eigentümer Thomas Cannon gab (wir berichteten), sei man nun einen Schritt weiter, hieß es auf Anfrage aus dem Eisenacher Rathaus. Vier Planungsbüros hätten nach Ortsterminen ein Angebot zur Erstellung eines Sicherungsprojektes abgegeben. Dieses Projekt werde die Stadt mit Städtebau-Fördermitteln finanzieren. Eigens dafür wurde das Fürstenhof-Areal ins Sanierungsgebiet Innenstadt aufgenommen

Ziel sei es zunächst, den Zustand des teils stark zerfallenen Baukomplexes weiter zu erfassen sowie ein Konzept zur Sicherung der zu erhaltenden Teile zu erstellen – inklusive der Festlegung von „unabdingbaren Sicherungsmaßnahmen“.

In wenigen Tagen soll der Auftrag laut Stadt vergeben werden. Das Konzept soll bis Mitte Dezember vorliegen. Parallel dazu werde mit dem Besitzer ein Vertrag verhandelt, mit dem auf Grundlage des Sicherungsprojektes „eine abgestimmte Sicherungs- und Sanierungsplanung für die Gebäudeteile 1 und 2 erfolgen kann“. Auch sei Thomas Cannon zu Notsicherungsmaßnahmen aufgefordert worden, etwa zur Abdichtung des Dachs.

Stadt beantragt Fördermittel beim Land

Die Stadt selbst „möchte nach Vorlage des Sicherungsprojektes und Vertragsschluss erste akute Sicherungsmaßnahmen durchführen“. Dazu würden noch im Oktober Fördermittel beim Land beantragt.

Thomas Cannon sieht bei der Sicherung des Gebäudes alleine die Stadt in der Pflicht. Er übernehme den Abriss der beiden linken Bauteile 3 und 4. Zudem wolle er vier Stadtvillen neu bauen – mit Vorrang. Mit dem Bau wolle er im Sommer 2017 starten und bis 2018 fertig sein. Denn der Verkauf der Wohnungen dort sei für die Finanzierung des Gesamt-Projektes wichtig.

Die Sanierung der beiden rechten Gebäudeteile, zu der auch die sogenannte „Bornemann‘sche Villa“ gehört, wolle er ebenfalls vornehmen, „wenn es wirtschaftlich darstellbar ist“. Gerade dieser Teil, vor dem Umbau zum Hotel Wohnhaus des Geologen und Unternehmers Johann Georg Bornemann, sei jedoch stark gefährdet. Die Stadt müsse hier im Rahmen der Sicherung dringend das Dach entfernen.