Gastlichkeit an Wasserburg und Torwache

Niederroßla  In Niederroßla beginnt die Sommersaison – dank rühriger Helfer im historischen Gemäuer

Direkt am Radweg gelegen: die Wasserburg Niederroßla. Foto: Hartwig Mähler

Direkt am Radweg gelegen: die Wasserburg Niederroßla. Foto: Hartwig Mähler

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Einst wurde an der Torwache ungebetenen Gästen schlicht der Eingang durch spontan gekreuzte Hellebarden oder erhobene Schwerter verwehrt. Das hat sich mit den Jahren in Niederroßla gründlich verändert. Den Gästen wird nicht nur ein offenes Tor geboten, ihnen wird Schutz und Verpflegung gegeben.

Bereits im März erfolgte die gründliche Einweisung der Mitstreiter der Torwache, die ab dem 7. Mai 2017 jeden Sonntag für die Gäste anwesend sein werden. Zwei Frauen und ein Gästeführer sind dann ab 11 Uhr bis in die Abendstunden anwesend, bewirten die Gäste, bieten auch Schutz bei Witterungsunbilden, informieren über die Burg und deren Geschichte. Schließlich befindet sich das historische Gemäuer direkt am Rad-Wanderweg.

Zum Team der Torwache gehörten im vorigen Jahr Christel Dietsch, Adelheid Berger, Edda Vogel, Sonja Herzog, Helga Freiberg und Angelika Reimann. Nicht nur das Kuchenbacken an jedem Wochenende und das Besorgen der frischen Brötchen und Wiener gehörten zu den ständigen Aufgaben. Auch Arbeiten wie das Säubern der Geräte und Räumlichkeiten, Aufstellen der Bierzeltgarnituren, Säubern der Tische und Bänke waren zu leisten. Auch Siegfried Lunkenbein, Jens Vogel, Hans-Jürgen Dietsch, Klaus Freiberg und Heinz Vogel legten im Hof tatkräftig Hand an.

Im vergangenen Jahr verzögerten die Bauarbeiten in der Burg die Öffnung der Torwache, da bis Juni die sanitären Anlagen nicht genutzt werden konnten und es noch kein Wasser gab. Am 12. Juni 2016 wurden dann die ersten Besucher begrüßt und an 17 weiteren Sonntagen zahlreichen Gäste bewirtet.

Das Gästebuch zeugt von den vielen Heimatorten der Besucher. Weitgereiste Urlauber waren ebenfalls dabei. Den weitesten Weg hatten wohl Besucher aus Kanada, China, Japan und Belgien, aber auch Gäste zum Beispiel aus Essen, Leipzig, Erfurt, Jena, Naumburg, Bautzen, Eschwege, Gosslar, Eisenach, Quedlinburg, Schkölen oder Hamburg verweilten an und in der Burg und erkundigten sich nach dem mit 57 Metern höchsten Bergfried Deutschlands.

Die meisten interessierten sich für die Geschichte des Ortes und im Besonderen der Burg. Den größten Anteil an den sonntäglichen Führungen haben vor allem die beiden Burgführer Hans-Jürgen Dietsch und Siegfried Lunkenbein.

In der vergangenen Saison wurden 40 Blechkuchen bzw. Torten verspeist. Gebacken und kreiert vom Team der Torwache und zwei Frauen aus dem Ort, die schon das zweite Jahr Kuchen spendeten: Anne Vogel und Ines Rieseler.

Mit Unterstützung von Fördergeldern durch die Gemeinde konnten endlich drei feste Aufsteller mit den Infos zur Torwache am Radweg und an der Kirche montiert werden.

Auch außerhalb der Öffnungszeiten an den Sonntagen wollten einzelne Besucher oder Gruppen, die Burg besichtigen. Egal, wer gerade vom Verein da war, der kümmerte sich und zeigte die Burg genauer.

So geschehen mit einer Familie aus Kanada oder Besuchern aus Halle oder Schkölen. Am Ostersamstag 2016 führte Siegfried Lunkenbein eine Gruppe, die in Niederroßla ihr Klassentreffen feierte. Am 26. März kam von ihnen ein Dankesbrief.

Auch schutzsuchenden Radfahrern wurde bereitwillig Unterschlupf gewährt.

Im Juni 2016 betreuten Angelika Reimann und Siegfried Lunkenbein an zwei Nachmittagen die Johanniskinder der Kirchgemeinde, die mit ihrer Gemeindepädagogin Diana Schuchert und dem Betreuer Andreas Schneemann die Burg besuchten. Sie erfuhren auf kindgerechte Art einiges über die Geschichte der Burg und den Aufenthalt der Prinzessin Margarete.

Der Modellbauer Andreas Braun hat nach seinem Auszug aus der Burg Liebstedt in Niederroßla ein neues Domizil gefunden. Mit der Vollendung der Modellburg Wasserburg Niederroßla entstehen derzeit Türen und Tore vom Elefantendorf in Nachbildung, die in Kürze gezeigt werden.

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