Gedenkort für einen besonderen Sondershäuser

Sondershausen. Bürgerschaftliches Engagement ermöglicht es nach fast 40 Jahren, dass der Sanitätsrat und Zahnarzt Fritz König einen Gedenkstein erhält.

Cornelia Kraffzick und Helmut Köhler enthüllten den Gedenkstein an der Stelle, wo das Paar begraben liegt. Foto: Susanne Schedwill

Cornelia Kraffzick und Helmut Köhler enthüllten den Gedenkstein an der Stelle, wo das Paar begraben liegt. Foto: Susanne Schedwill

Foto: zgt

Die Glocken läuteten, als sich die kleine Menschentraube zur Ruhestätte von Professor Edmund König auf dem Sondershäuser Hauptfriedhof begab.

Die Stadtverwaltung hatte dorthin eingeladen, schließlich sollte ein Gedenkstein enthüllt werden. Für Königs Sohn Fritz und dessen Frau Margaretha. Beide liegen seit den 1970er-Jahren an dieser Stelle begraben. Ein Grabstein existierte bisher nicht. Dank des Engagements der vier Sondershäuser Familien Pocklitz, Kruse, Reich und Nickel konnte der Gedenkstein nun gefertigt werden.

"Wir haben einen Gedenkort für einen besonderen Sondershäuser geschaffen", sagte Helmut Köhler in seiner Ansprache. Seit Jahren kümmert er sich ehrenamtlich um erhaltenswerte Grabstätten auf dem Hauptfriedhof. So wie auch die Grabstätte der Familie König eine ist.

Der Zahnarzt und Sanitätsrat Fritz König wurde 1899 in Sondershausen geboren. Ab etwa 1925 hat er in dem Haus in der heutigen Wilhelm-Külz-Straße 21 in Sondershausen als Zahnarzt praktiziert.

Fritz König war nicht nur Zahnarzt sondern in seiner Freizeit vor allem Sammler und begeisterter Heimatkundler und -forscher. Zudem interessierte er sich sehr für Kunst.

Bekannt war Fritz König für seine mitunter barsche Art, erzählt Köhler. So soll er zu manchem Patienten auch schon mal gesagt haben: "Maul auf". Doch ganz so ernst war das wohl nie gemeint, waren sich die auf dem Friedhof Anwesenden einig.

Der größte Teil des Nachlasses des kinderlosen Paares ist nicht mehr auffindbar. "Der Nachlass wurde nach dem Tod von Fritz 1975 zu seiner einzigen Schwester Minna Wolfram nach Bonn versandt", weiß Hans-Jürgen Nickel zu berichten. König war mit seinem Vater sehr gut befreundet. "Er hat unser Leben begleitet", beschreibt Nickel das Verhältnis zu dem lange Verstorbenen.

Gleichwohl weiß er zu berichten, dass der Nachlass allein ein Jahr auf Reisen war, ehe er bei Königs Schwester im Westen ankam. Tragisch: Nur eine Woche später verstarb auch sie.

Der Nachlass wurde dann wohl verkauft.

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