Kein Anschluss unter dieser Nummer

Seit Monaten vertröstet die Telekom einen Mattstedter wegen dessen Anschluss. Der zuständige Shop in Weimar gibt auf Nachfrage keine Auskunft.

Phillip Watzke (25) aus Mattstedt wartet seit über vier Monaten auf seinen Anschluss bei der Telekom.

Phillip Watzke (25) aus Mattstedt wartet seit über vier Monaten auf seinen Anschluss bei der Telekom.

Foto: Sascha Margon

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Phillip Watzke aus Mattstedt befindet sich gerade im sprichwörtlichen Kampf David gegen Goliath. Seit mehr als fünf Monaten bemüht sich der 25-Jährige einen Anschluss bei dem Telefonriesen Telekom zu bekommen. Bisher ohne Erfolg!

Alles begann mit seinem Umzug von Weimar Legefeld nach Mattstedt in der Gemeinde Ilmtal-Weinstraße. Vorsorglich im Juli letzten Jahres hatte er im Telekom-Shop Weimar einen entsprechende Umzug nach Mattstedt angemeldet. Anfang September führte ihn sein Weg – wegen seines Mobilfunkvertrages – abermals in den Telekom-Shop. Bei dieser Gelegenheit erkundigte sich Phillip Watztke nach dem Werdegang seines Festnetzanschlusses, schließlich stand im September der lange geplante Umzug an. Dabei hieß es vom bearbeitenden Mitarbeiter, man habe den Auftrag aus den Augen verloren und es gebe ein Fehler im System, schildert der Mattstedter.

Welcher Fehler genau das sein sollte, darüber kann Watzke nur spekulieren. Denn Fakt ist: Sein Vormieter in der Mattstedter Wohnung hatte bereits ein Telefonanschluss. Allein das Telekomsystem meldete: kein Anschluss vorhanden! Offensichtlich lag der Fehler in einem der Schaltkästen im Ort. Der wurde tatsächlich nach Schachtarbeiten und Überprüfung der Schaltschränke gefunden, sagt Phillip Watzke. Und dennoch bleibt bis heute bei dem jungen Mann und seiner Partnerin die Leitung tot.

Zwei schriftlich bestätigte Termine für den 16. Dezember und den 2. Januar wurden nicht eingehalten. Was Watzke blieb, war ein dicker Hals auf den Branchenriesen. Denn der buchte bis Jahresende fleißig die Grundgebühr vom Konto ab. Insgesamt liefen bis dato rund 120 Euro auf dem Buchungskonto auf. Gebühren für die die Telekom bisher keine Leistung erbracht hat.

Die Laune der beiden Neu-Mattstedter sank zusehens. Auch deshalb, weil es zum Festnetzanschluss und damit für den Weg ins heute notwendige Internet, keine Alternative bei einem anderen Unternehmen gibt. Zudem kommt hinzu, dass im Mattstedter Unterdorf der Handyempfang mehr als dürftig ist – zumindest im bevorzugten Netz von Phillip Watzke, nämlich dem der Telekom. Alleine am Küchenfenster ist Telefonieren und das Surfen im Internet eingeschränkt möglich.

Wöchentliche Anrufe und zahlreiche Briefwechsel sind bis jetzt die unschöne Bilanz der Geschichte. Die wurde teilweise auf die Höhe getrieben, als die Telekom regelmäßig die Anmeldung von Phillip Watzke von selbst wieder stornierte, bis der Antrag gleich dreimal neu gestellt werden musste. Bei all diesem Unmut, den die Telekom ihren Kunden in diesem Fall aufbürdete, konnte dieser sich auch nicht wirklich über ein Lotterie-Los, als Trostpflaster freuen.

Nun hoffen Phillip Watzke und seine Partnerin auf kommenden Montag. Da hat die Telekom ihren dritten Versuch angekündigt, die Leitung freizuschalten. Mindesten bis dahin werden die Beiden beim Telefonieren mit dem Handy wohl noch die schöne Aussicht vom Küchenfenster genießen müssen.

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