Künstler aus dem Iran hat neues Zuhause in Eisenach gefunden

Nader Setareh verbindet in seinen Werken persische Feinfühligkeit mit europäischen Motiven. Er plant einen Brunnen für den Theaterplatz in Eisenach und hat hier ein neues Zuhause gefunden.

Skulpturen aus Ton und Malerei mit verschiedenen Techniken zeigt der in Eisenach lebende iranische Künstler Nader Setareh in einer Ausstellung am Frauenplan. Foto: Heiko Kleinschmidt

Foto: zgt

Eisenach. Die Gestaltung eines Brunnens auf dem Theaterplatz, dafür ist der Eisenacher Kunstverein mit dem Künstler Nader Setareh im Gespräch. Ende des Monats wird im Verein ausführlich darüber gesprochen. Mit ersten Vorstellungen kann Nader Setareh bereits aufwarten. Der in Kuweit geborene und im Iran aufgewachsene 55-jährige Künstler lebt seit einiger Zeit in Eisenach.

Als künftiges Mitglied des Kunstvereins möchte er sich in die weitere Gestaltung des Theaterplatzes einbringen.

Dass Nader Setareh aus dem Iran nach Eisenach kam, ist eine lange, aber auch tragische Geschichte. Als junger Mann wollte er in Deutschland studieren. Musste er, denn nach der iranischen Revolution wurden in Teheran die Universitäten geschlossen. Deutschland nahm ihn auf. Eine spätere Reise in seine Heimat zu seiner Familie hatte Folgen. Nader Setareh wurde unter Spionageverdacht nach einer Demonstration verhaftet. Sein deutscher Reisepass reichte für diese schwere Beschuldigung aus.

Im Gefängnis wollte man ein Geständnis erpressen. Einzelhaft musste Nader Setareh ertragen. Das hinterließ Spuren. Als "Wunder" bezeichnet er heute, dass er aus der Haft freikam. Doch ausreisen war erst viele Jahre später möglich.

Ton als Kunst oder auch Schmuck

Seine einstige Tätigkeit als erfolgreicher Textildesigner für Strickmode und Seidenapplikationen konnte er nach den erzwungenen Jahren im Iran zunächst nicht weiterführen. Familiäre Bande führten ihn schließlich nach Eisenach. Hier versucht er, das Erlebte zu verarbeiten.

Die Kunst hilft ihm dabei. Doch seine Begabung im Umgang mit dem Material Ton möchte er auch beruflich für einen Neuanfang nutzen. Bereits im Iran war Nader Setareh erfolgreich bei der Gestaltung von großformatigen dreidimensionalen Reliefen. Eben aus Ton gefertigt. Kacheln beispielsweise, die zu einem großen Motiv zusammengefügt werden. Mit ihnen kann man Hausfassaden schmücken oder auch Innenräume gestalten.

Zu sehen sind einige künstlerische Arbeiten des Iraners gegenwärtig im Eisenacher Fitness- und Gesundheitszentrum "Living" am Frauenplan. Bevorzugtes Material von Nader Setareh ist auch da der Ton. Daraus formt er seine Skulpturen. So sind einige Köpfe in der Ausstellung zu finden, die künstlerisch Harmonie, aber auch Zerrissenheit zum Ausdruck bringen. Ton verbindet Setareh gern mit seinen Acrylarbeiten. Manchmal kommt noch eine Federzeichnung hinzu. So wie es bei der bemerkenswerten und ins Auge fallenden Collage "Neugeborene" der Fall ist.

Nader Setareh sucht nun nach einem Geschäftspartner, mit dem er gemeinsam seine im Iran erfolgreichen Tonreliefs auch in Deutschland anbieten kann. An Innenarchitektur denkt er dabei, aber ebenso an Kunst und Gestaltung im Freien. Auf Bildern kann er zeigen, welche Arbeiten er in Teheran an großen Gebäuden und in imposanten Räumen ausführte. Hausfassaden tragen sichtbar seine Handschrift, ebenso Schwimmbäder. Und so arbeitet Nader Setareh zielstrebig auf eine Existengründung hin.

Doch ohne einen Geschäftspartner ist das nicht leicht. Setareh will sich mit seinem künstlerisch-handwerklichem Können einbringen. Einen Markt dafür sieht er, auch deutschlandweit. Denn Reliefmaterial wird seit Jahrhunderten verbaut und hat von seinem Reiz als Schmuckelement dennoch nichts verloren. Den Brunnen auf dem Eisenacher Theaterplatz möchte Nader Setareh noch in diesem Jahr verwirklicht sehen. Im März oder April könnte es bereits mit Detailgesprächen losgehen. Fließendes Wasser wird es auf jeden Fall auch geben. Köpfe sollen ebenfalls zu sehen sein. So wie bei seinen Arbeiten im Saunabereich vom Fitnessstudio. Der Brunnen ist bereits fertig. Nun wird er noch installiert. Dann kann das Wasser fließen.

Kontakt: 0178 1746068,

E-Mail-Adresse: nsettareh@yahoo.de

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