Matthias Reinz und Dagmar Kleemann entscheiden in der Stichwahl das Rennen

Bad Langensalza  Schönstedts Bürgermeister vereinte mit Abstand die meisten Stimmen auf sich. Spannendes Kopf-an-Kopf zwischen Kleemann und Wronowski

Punkt 18 Uhr wurde im Rathaus von Bad Langensalza die Urne mit den Stimmen der Briefwähler ausgeschüttet.

Punkt 18 Uhr wurde im Rathaus von Bad Langensalza die Urne mit den Stimmen der Briefwähler ausgeschüttet.

Foto: Mara Mertin

Matthias Reinz (parteilos) hat bei der Bürgermeisterwahl in Bad Langensalza die meisten Stimmen geholt – und das mit Abstand. 32,4 Prozent all jener, die ihr Wahlrecht wahrnahmen, wollten den Schönstedter Bürgermeister an der Spitze der Kurstadt sehen. Die Entscheidung ist aber nicht gefallen: Reinz steht am 29. April mit Dagmar Kleemann (SPD) in der Stichwahl, da kein Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen bekam.

Kleemann ging mit 21,0 Prozent der Stimmen aus der Wahl. Als Wahlkrimi entpuppte sich das Rennen zwischen ihr und Torsten Wronowski (Wir). Erst als 19 von 20 Bezirken ausgezählt waren, überholte Kleemann den Nägelstedter. Davor war er knapp vorne gelegen.

Volker Pöhler (CDU) erreichte 12,3 Prozent. Im einstelligen Bereich reihten sich die Einzelbewerber Wolfgang Lutz, Steffen Eke und Frank Büchner ein.

„Ich bin überrascht – und ja, auch überwältigt“, kommentierte Reinz das Ergebnis. Er hatte den Tag über als Wahlleiter bei der Landratswahl in Schönstedt gearbeitet. Die Nachricht erreichte ihn am Abendbrottisch, ganz ohne Wahlparty.

Gefeiert wurde hingegen rund um Dagmar Kleemann im Café „Schwesterherz“. Unter den Anstoßenden waren auch Linke. „Jetzt bin ich gelöst, was die Angriffe der vergangenen Tagen angeht. Die waren kein Zuckerschlecken“, meinte Kleemann. Ihr Plan für die kommenden 14 Tage: „Zähne zusammenbeißen, meine Frau stehen und eine Schippe drauf legen.“

Torsten Wronowski nahm den dritten Platz sportlich: „Ich freue mich. Das ist top.“ Feiern wollte man so oder so im Bürgerhaus Nägelstedts, unabhängig von der Wahl, um sich bei den vielen Helfern zu bedanken. Wronowski sah die Wir-Fraktion gestärkt aus der Wahl hervorgehen: „Die Wir hat einen riesigen Sprung gemacht.“

Pöhler begründete sein Abschneiden mit der Zersplitterung der CDU durch mehrere Bewerber aus ehemals eigenen Reihen. Das Ergebnis bezeichnete er als „überraschend“.

Enttäuscht zeigten sich Wolfgang Lutz und Frank Büchner. Beide verfolgten die Ergebnisse bei der öffentlichen Präsentation im Rathaus. „Einen Versuch war es wert“, meinte Lutz. „Dass ich den letzten Platz mache, das hätte ich nicht gedacht“, bedauerte Büchner.

Vollauf zufrieden hingegen feierte Steffen Eke mit Freunden in die Wahlnacht. „Wir haben auf uns aufmerksam gemacht. Es hat sich schon einiges verändert“, sagte er. Eke will 2019 als Stadtrat kandidieren.

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