Moschee-Gegner ziehen durch Marbach - Stadträtin spricht von Drohung

Erfurt  Mit einem kleinen Aufmarsch und Beschimpfungen der Anwohner wurde am Sonntagmorgen in Erfurt-Marbach gegen die geplante Moschee protestiert.

Im Erfurter Stadtteil Marbach wurde am Sonntagmorgen gegen den Moschee-Bau demonstriert.

Im Erfurter Stadtteil Marbach wurde am Sonntagmorgen gegen den Moschee-Bau demonstriert.

Foto: NEWS5

Gegner des umstrittenen Moscheebaus in Erfurt, einige vermummt und in arabisch anmutenden Gewändern, sind am Sonntagmorgen durch den Ortsteil Marbach gezogen. Sie trugen ein großes schwarzes Kreuz und Transparente mit Aufschriften wie: „Ihr Marbacher habt diese Moschee verdient“ und „Ich bin gesandt worden, das Kreuz zu brechen, das Schwein zu vernichten“. Die Polizei sprach von weniger als 20 Teilnehmern. Der Aufzug sei genehmigt gewesen.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete und Erfurter Stadträtin Astrid Rothe-Beinlich berichtete, die Gruppe habe auch eine Kundgebung direkt vor ihrem Haus abgehalten. In einem Video, das dpa vorliegt, sind laute Einspieler von Muezzin-Rufen zu hören. Eine verhüllte Rednerin habe angekündigt, dies sei erst der Anfang. Man werde wiederkommen. „Das war wirklich nicht schön“, sagte Rothe-Beinlich. Sie verstehe das als Drohung.

Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass die Gemeinde den geplanten Bau der Moschee genehmigt hat. Der Baubeginn ist bisher für 2019 vorgesehen. Im vergangenen Jahr hatten Gegner des Projekts in der Nähe des Baugeländes große Holzkreuze und Holzspieße mit Schweinekadavern aufgestellt. Bauherr der geplanten Moschee ist die Ahmadiyya-Gemeinde, die in Thüringen etwa 100 Mitglieder zählt.