Mühlhäuserin pilgert und sammelt 15 876 Euro

Mühlhausen  Mit dem Geld möchte sie Menschen helfen, die an der Parkinson-Krankheit leiden

Eva-Maria Wolf (links) war gemeinsam mit Stephanie Heinze auf dem Jakobsweg unterwegs.

Eva-Maria Wolf (links) war gemeinsam mit Stephanie Heinze auf dem Jakobsweg unterwegs.

Foto: Stephanie Heinze

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Eva-Maria Wolf ist aufgeblüht, innerlich zur Ruhe gekommen, strahlt eine ansteckende Freundlichkeit aus.

Die 69-Jährige ist zurück von ihrer Pilgertour auf dem Jakobsweg. 560 Kilometer auf dem Küstenweg liegen hinter ihr, absolviert in 28 Tagen. „Es war toll. Aber im Ganzen möchte ich den Pilgerweg nicht noch mal ablaufen. Abschnittsweise aber gerne, wenn sich ein Mitpilger findet.“

Wolf hat den Weg – wie so viele – genutzt, um zu sich zu finden. Aber auch, um auf die Krankheit Parkinson aufmerksam zu machen. Eine Krankheit, die ihr Leben geprägt hat.

1988 wird Wolfs Mann Günter von einer Wespe gestochen. 43 Jahre ist er, hat zu Hause zwei Kinder im Teenager-Alter. Der Stich löst bei ihm einen anaphylaktischen Schock mit Sauerstoffmangel im Gehirn aus. Die Folge: ein Parkinson-Syndrom.

28 Jahre lebte Wolf mit der Krankheit, mit einem Mann, dessen Muskeln immer schwächer wurden, ehe sie 2016 letztlich ganz versagten.

Unwegsames Gelände, wie im Leben auch

„Mein Leben ist auf den Kilometern auf dem Jakobsweg noch einmal an mir vorbeigelaufen“, sagt sie. Wie die Wege, die in den vergangenen Wochen zu absolvieren waren, sei auch das Leben: „Pfade verschwinden, neue entstehen. Es geht durch unwegsames Gelände. Das sind die Herausforderungen des Alltags“, beschreibt die Mühlhäuserin und schwärmt von den „wunderbaren Begegnungen“ auf dem Weg nach Santiago de Compostela.

Die Pilgertour nutzte Wolf, die gemeinsam mit der Frankfurterin Stephanie Heinze unterwegs war, um Spenden zu sammeln. 15 876 Euro sind zusammengekommen. Eine Summe, deren Höhe die Frauen überwältigt. Das Geld soll einer Stiftung zur Erforschung der Krankheit Parkinson zukommen. Wolf sollten die Kilometer auf dem Jakobsweg auch dazu dienen, innerlich mit der Krankheit abzuschließen. Dennoch wolle sie weiter Erkrankte und deren Familien unterstützen. Nur in Krankenhäuser gehen und dort anpacken wolle sie nicht mehr.

Für Spätherbst sind Vorträge geplant, in denen Eva-Maria Wolf ihre Erlebnisse auf dem Jakobsweg vorstellen will.

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