Musikalische Aufbauarbeit und Nachwuchsgewinnung in Apfelstädt

Apfelstädt  Die Kleinen Adjuvanten in Apfelstädt sollen einmal die Kirchenchöre der Region stärken. Im Vordergrund steht, Spaß am Singen zu wecken.

Kinderchor in der Tradition der Adjuvanten: Zum gemeinsamen Singen treffen sich montags Mädchen und Jungen im Pfarrhaus Apfelstädt. Paulina, Lina, Clara, Bonni und Maj gehören dazu. Mit anderen Kindern bilden sie die Kleinen Adjuvanten.

Kinderchor in der Tradition der Adjuvanten: Zum gemeinsamen Singen treffen sich montags Mädchen und Jungen im Pfarrhaus Apfelstädt. Paulina, Lina, Clara, Bonni und Maj gehören dazu. Mit anderen Kindern bilden sie die Kleinen Adjuvanten.

Foto: Wieland Fischer

Kinderstimmen klingen aus dem Pfarrhaus in Apfelstädt. Dort hat sich die Schar der Kleinen Adjuvanten versammelt und singt mit deren Leiterin Cornelie Becker-Lamers. Montags trifft sich dazu eine etwa zehnköpfige Schar. Als Kleine Adjuvanten treten die Mädchen und Jungen auf.

Der Name leitet sich von der musikalischen Instrumental- und Chorarbeit ab, die sich seit dem 16. Jahrhundert in den Thüringer Dörfern entwickelte, verweist Pfarrer Bernd Kramer auf deren Ursprünge. Adjuvanten waren musikalische Helfer, die in Gottesdiensten und bei allen Feierlichkeiten der Dorfgemeinschaft musizierten. Diese Tradition wollen auch die Kleinen Adjuvanten fortsetzen.

Die Nachwuchs-Gesangsgruppe besteht seit genau einem Jahr. „Wir haben damals mit fünf, sechs Kindern begonnen. Jetzt sind es etwa zehn. Es gibt immer mal einen Wechsel“, beschreibt Pfarrer Bernd Kramer die Entwicklung. Hier werde musikalische Aufbauarbeit im besten Sinne geleistet.

Cornelie Becker-Lamers kommt dazu am Montag von Weimar nach Apfelstädt, um die Kinder an die Musik heranzuführen. Oberstes Anliegen der Chorarbeit ist es, die Lust für gemeinsames Singen zu wecken. Dazu gehören Stimmbildung und die Vermittlung von Rhythmusgefühl. „Das ist alles gar nicht so einfach“, weiß Bernd Kramer aus Erfahrung.

Drei- bis Achtjährige bilden derzeit die Kleinen Adjuvanten. Die eine Hälfte der Kleinen kommt aus Apfelstädt, die andere aus Großrettbach. Daniela Albrecht hat gleich fünf Kinder von dort mitgebracht, ihre dreijährige Tochter Mathilda eingeschlossen, und unterstützt das Singen nach besten Kräften – auch stimmlich.

Pfarrer Kramer sieht die Kleinen Adjuvanten als einen Kinderchor für die Region an. „Aus Mühlberg, Günthersleben waren schon Kinder da. Wir sind da ganz optimistisch, dass das besteht, weiter wächst und gedeiht. Die junge Pflanze ist vorhanden.“ Bisher übten die Kinder Lieder ein, die sie zu Gemeindefesten und Gottesdiensten aufführten. Zum Nikolaustag gaben sie ein Konzert. Auch zum Erntedankfest waren sie aufgetreten. Gegenwärtig üben die Kinder für das Gemeindefest am 17. Juni in Großrettbach.

Langfristig ist das Ziel, dass die Kleinen Adjuvanten die Großen, sprich die Chöre der Region, unterstützen. Zwar gibt es im Kirchspiel leistungsfähige Kirchenchöre, doch fast überall wird das Klagelied vom fehlenden Nachwuchs angestimmt.

„Der fällt ja nicht vom Himmel“, weiß Pfarrer Kramer. Aber wenn den Kindern ein bisschen Freude am Singen vermittelt werde, sei die Chance größer, dass sie in den Chören der Region eine sängerische Heimat finden.

Probe der Kleinen Adjuvanten: Montags von 16 bis 17 Uhr im Pfarrhaus in Apfelstädt

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