Neue Corona-Allgemeinverfügung fürs Weimarer Land – Lockdown droht

Weimarer Land.  Wegen des Anstiegs der Corona-Infektionszahlen wird das öffentliche Leben im Weimarer Land erneut eingeschränkt.

Unter Leitung von Landrätin Christiane Schmidt-Rose (CDU) tagte der Corona-Pandemiestab am Mittwoch. – Und traf weitreichende Entscheidungen.

Unter Leitung von Landrätin Christiane Schmidt-Rose (CDU) tagte der Corona-Pandemiestab am Mittwoch. – Und traf weitreichende Entscheidungen.

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Der Kreis Weimarer Land wird in dieser Woche erneut eine Allgemeinverfügung erlassen. Das ist das Ergebnis der Beratung des Corona-Pandemiestabes unter Leitung von Landrätin Christiane Schmidt-Rose (CDU). Die Lage ist durchaus ernst. Alle Entwicklungen in Thüringen in unserem kostenlosen Corona-Liveblog.

Wenn alles klappt und Landesverwaltungsamt beziehungsweise Thüringer Gesundheitsministerium mitspielen, könnte die Allgemeinverfügung des Kreises bereits am 16. September in Kraft treten.

Gelten soll diese vorerst bis einschließlich 4. Oktober. Grund dafür sind die seit einer Woche steigenden Infektionszahlen bei Covid-19.

Busfahrt zieht Kreise - Taufkind unter Neuinfizierten in Weimar

Es droht ein Lockdown im Weimarer Land

Insgesamt 39 Personen sind aktuell betroffen. Noch aber stehen rund 20 Befunde aus, so dass Amtsärztin Sabine Sieg davon ausgeht, dass die Zahl der Infizierten auf über 40 steigt, was drastischere Maßnahmen erforderlich macht, wenn man die Sieben-Tage-Inzidenz als Gradmesser aufs Weimarer Land anwendet. Dann drohte ein Lockdown ab 41 Personen – gerechnet auf die rund 82.000 Einwohner im Kreisgebiet.

Im Zusammenhang mit einer Busreise von Senioren nach Böhmen war es zum Anstieg der Zahlen gekommen. Inzwischen steht fest, dass von den 27 Teilnehmern der Reise 21 erkrankt sind. Nach weiteren Kontaktpersonen wird gesucht. Aktuell sind über 130 ermittelt, die in Quarantäne sind.

Eine infizierte Person mit 35 Kontaktpersonen

Dass die Lage rasch eskalieren könnte, zeigt ein Beispiel. So soll eine mit Corona infizierte Person allein schon 35 (!) Kontaktpersonen gehabt haben, bevor sie in Quarantäne kam ...

Zu bedenken gibt, dass eine der Reiseteilnehmerinnen nach der Rückkehr aus Böhmen noch ihren in einem Apoldaer Pflegeheim lebenden Mann besucht haben soll. In dem Heim sollen nach Bekanntwerden sofort Maßnahmen ergriffen worden sein.

Aber zurück zur Allgemeinverfügung: Um einen Lockdown zu vermeiden, will Landrätin Schmidt-Rose nun mit der erneuten Allgemeinverfügung noch Schlimmeres verhindern.

Sport nur ohne Zuschauer, Jugendclubs schließen

Folgendes ist nach ersten Absprachen geplant: Einwohnerversammlungen fallen zunächst aus, Sportveranstaltungen finden nur ohne Zuschauer statt, Freiluftveranstaltungen werden auf 50 Teilnehmer, solche in Innenräumen auf 30 begrenzt – das gilt grundsätzlich auch für Jugendweihen. Jugendclubs sind zu schließen, Bürgerhäuser auch. Zudem müssen Mehrgenerationenhäuser schließen.

"Heimat shoppen" unter Auflagen

Herbstfeuer werden abgesagt. Voraussichtlich kann das „Heimat shoppen“ in Apolda aber unter Auflagen stattfinden. Ob das auch fürs Familienfest des Kunstvereins am Kunsthaus gilt, ist derzeit noch offen. Das Kinderfest des DGB auf dem Schulplatz in Apolda wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geben.

Abzusagen sind Mittelaltermarkt in Kranichfeld sowie das „Deutschland singt“ am 3. Oktober.

Versammlungen unter freiem Himmel werden auf 50 Personen begrenzt.

Derzeit ist noch vieles in Arbeit. Fest steht aber, dass die Allgemeinverfügung fürs Weimarer Land kommt. Informationen gibt es unter der Hotline: 03644 540913.

Kommentar: Was nun im Weimarer Land passieren muss