Neuer Reiseführer für den Kreis Nordhausen erschienen

Nordhausen. In einem neuen Reiseführer unserer Zeitung beschreiben TA-Redakteure aus Nordhausen einen Thüringer Landstrich, der es touristisch manchmal schwer hat.

Die Ebersburg bei Herrmannsacker ist ein Geheimtipp unserer Redakteure und für Mädchen, wie Sophia die perfekte Märchenwelt. Foto: Roland Obst

Die Ebersburg bei Herrmannsacker ist ein Geheimtipp unserer Redakteure und für Mädchen, wie Sophia die perfekte Märchenwelt. Foto: Roland Obst

Foto: zgt

Das weiße Gold, nirgends ist es reiner als im Norden Thüringens. Der sogenannte Gispkarst macht den Südharz einzigartig für Naturliebhaber. Doch er zieht auch Firmen an, die aus jenem Rohstoff, der bis zu 30 Meter mächtig unter der Erde lauert, Platten für die Baustellen Deutschlands und Gipsabdrücke für die Zahnlabore herstellen wollen. An sechs Stellen bauen vier Unternehmen momentan Gips und Anhydrit im Landkreis Nordhausen ab.

Fluch und Segen. Vor allem für den Tourismus. Zwischen der B 4 und dem Harz mit seinem Legenden-Berg, dem Brocken, sucht der Südharz sich seit Jahren einzuordnen. Je näher die Orte am Gebirge, desto erfolgreicher sind sie dabei. Allein, an den Strukturen, die das Ganze vermarkten, fehlt es seit jeher. Jüngst fiel der neu gegründete Tourismusverband Südharz-Kyffhäuser beim Land durch, als es um die Vergabe des Tourismusbudgets ging. Nun hat der Verband nicht einmal einen hauptamtlichen Mitarbeiter.

Dabei, dieses Land hätte mehr Touristen verdient. Den Beweis dafür treten unsere Redakteure vor Ort an und nehmen in einem soeben erschienenen Reiseführer die Thüringer mit auf eine 17-tägige Urlaubsreise. Mit der Harzer Schmalspurbahn – natürlich – geht es hinauf zum Brocken oder zur Ziegenalm, wo sich der Geschäftsmann Kai Liebig den Traum von einem besseren, naturnaheren Leben erfüllte.

Sie kraxeln auf Burgen, besichtigen Höhlen – von denen es im Südharz einige gibt. Sie entdecken einen rundum vergoldeten Sarg und bestaunen das Werk von Südharzern, die die Region mit eigenen Händen voranbringen. Sie schauen zu, wie Holzkohle entsteht und Taucher aus ganz Deutschland abtauchen, um die Unterwasserstadt Nordhusia zu erkunden.

Unterwasserstadt Nordhusia lockt an

Nordhusia, es ist vielleicht das vielversprechendste Tourismuspflänzchen der tausendjährigen Rolandstadt. Eine Stadt aus richtigen Gebäuden im Sundhäuser See an der B 4. Der Taucher Wolfgang Tröger versenkte sie in den vergangenen Jahren. Zuletzt ließ er eine Kapelle nach unten. Und im September läuteten erstmals die Glocken für eine Hochzeit unter Wasser. Dumm nur, dass niemand den Klang hören kann.

Welch Ironie, dass auch dieser See, wie mehrere weitere rund um Nordhausen, aus dem Rohstoffabbau entstand. Kies wurde und wird bis heute zwischen Nordhausen und der Goldenen Aue gewonnen. Wo es nichts mehr zu holen gibt, planen zwei Nordhäuser Unternehmer gerade ein sehenswertes Projekt: Häuser am See, einen Strand gar. Seelano heißt das, was die beiden mühsam durch bürokratische Mühlen treiben. Das haben sie gelernt: Tourismus ist nichts für Weicheier. Es ist ein harter Kampf.

So würde es auch Dirk Erfurt, der Bürgermeister von Neustadt, beschreiben – der Gemeinde mit der größten Anziehungskraft im Südharz. Golfplatz, Campingplatz, der frisch erworbene Titel als Heilklimatischer Kurort und natürlich diese prächtige Stammburg der Südharzer, der Hohnstein. Doch lesen Sie selbst. . .

Die Autoren Kristin Müller, Hans-Peter Blum und Thomas Müller stellen den Reiseführer am kommenden Mittwoch (28. Oktober) um 19.30 Uhr in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen vor.

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