Patenschaften für Kriegsgräber bei Bad Langensalza angeregt

Bad Langensalza  Leander Croll aus Merxleben hat sich der Pflege eines Grabsteins verschrieben. Welfenbund berät über Unterstützung

Neben der gepflegten Bepflanzung ist es vor allem der sanierte Grabstein, der auf das Schicksal der drei Soldaten aufmerksam macht. Leander Croll (links) kümmert sich um das Denkmal in seinem Garten. Steinmetz Kay Hechler stellte sein Können kostenlos zur Verfügung. Foto: Friedemann Knoblich

Neben der gepflegten Bepflanzung ist es vor allem der sanierte Grabstein, der auf das Schicksal der drei Soldaten aufmerksam macht. Leander Croll (links) kümmert sich um das Denkmal in seinem Garten. Steinmetz Kay Hechler stellte sein Können kostenlos zur Verfügung. Foto: Friedemann Knoblich

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Der Garten von Leander Croll in Merxleben ist etwas Besonderes. Dort steht mutmaßlich das einzige Denkmal zur Schlacht bei Langensalza 1866, das sich in Privatbesitz befindet. Der Grabstein erinnert an den Feldwebel Kollmann und zwei Soldaten vom Hannoveranischen Garderegiment, die bei Merxleben gefallen sind.

Der Grabstein wurde nun wieder instandgesetzt. Mit der Hilfe von Steinmetz Kay Hechler aus Schlotheim sieht die Grabtafel wieder aus wie neu. Der Fachmann zog die Inschrift nach und überließ Leander Croll ein Reinigungsmittel, um den Stein von Moos und Flechten zu befreien – beides gratis.

„Ich bin bereit, mich auch künftig kostenlos um den Stein zu kümmern, wenn Arbeiten nötig werden“, sagte Kay Hechler im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Engagement würde Leander Croll gerne auf alle Denkmale der Schlacht übertragen wissen. „Es gibt so viele davon in der Region. Sie sind ein Stück unserer Geschichte und sollten erhalten bleiben. Das wird nur über eine Art Patenschaft-System funktionieren“, regt der Garteninhaber an.

Angaben des Hobby-Historikers Horst Großmann aus Merxleben zufolge, befinden sich rund um Bad Langensalza etwa zwanzig weitere Denkmale und Gräber, die an die Schlacht und die Gefallenen erinnern. Sie stehen in Bad Langensalzas Feldflur, bei Merxleben, Kirchheilingen, Nägelstedt und Illeben. Dass die Pflege der Gräber und Denkmale ausgebaut werden soll, ist auch ein Ansinnen des Welfenbunds. Der Verein mit Sitz in Hannover hat sich der Pflege der welfischen Geschichte verschrieben. In Bad Langensalza sind die Mitglieder durch ihre jährliche Gedenkveranstaltung am Schlachtdenkmal im Arboretum bekannt.

Matthias Reinecke, dem Vorsitzenden des Welfenbundes, ist der Vorschlag von Leander Croll bekannt. Über die Umsetzung mit Hilfe des Vereins werde derzeit beraten. „Es gibt die Möglichkeit, die Pflege mit Geld zu fördern. Unsere Mittel als Verein sind jedoch begrenzt. Naheliegender sind jährliche Fahrten, bei denen die Gräber und Denkmale gereinigt werden“, sagte Matthias Reinecke.

Grab entdeckt als Baum gefällt wurde

Das Grab im Garten von Leander Croll wurde 1934 von seiner Familie entdeckt, als ein Baum gefällt wurde. Der Garten befindet sich seit etwa 100 Jahren im Familienbesitz. 1934 wurde auch der Grabstein erricht, der die Form eines Felsblocks hat und aus Sandstein besteht.

Anlass für die Restaurierung, die von der Denkmalschutzbehörde des Unstrut-Hainich-Kreises begleitet wurde, war auch der 150. Jahrestag der Schlacht am 27. Juni dieses Jahres. Anlässlich des Jahrestages sind alle Denkmale zur Schlacht neu ausgewiesen und publiziert worden. „Als Kulturdenkmale sind sie aber bereits seit 1989 gelistet. Die Aufzählung war die Grundlage für die aktuellen Begehungen im vergangenen Jahr“, erläuterte Elke Matzdorff von der Denkmalschutzbehörde.

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