Seebergen: Die Deutsche Bahn lässt das alte Bahnhofsgebäude abreißen

Seebergen  Die Deutsche Bahn lässt das alte Bahnhofsgebäude abreißen. Der Haltepunkt aber bleibt bestehen

Der Seitenanbau fehlt bereits: Abrissarbeiten am alten Seeberger Bahnhofsgebäude sind seit dem 15. August in Gange. Bis es ganz verschwunden ist, wird es noch dauern. Foto: Wieland Fischer

Der Seitenanbau fehlt bereits: Abrissarbeiten am alten Seeberger Bahnhofsgebäude sind seit dem 15. August in Gange. Bis es ganz verschwunden ist, wird es noch dauern. Foto: Wieland Fischer

Foto: zgt

Am Bahnhof Seebergen hat ein Abrissbagger sichtbare Spuren hinterlassen. Vom einstigen Bahnhofsgebäude steht nur noch das Fachwerkhaus. Die Nebengelasse sind bereits abgetragen. Und der Bagger rotiert weiter. Der gesamte Trakt verschwindet – für immer.

"Aber der Bahnhof selbst bleibt als Haltepunkt erhalten", versichert Ortsteilbürgermeister Hartwig Gieße.

Seeberger und Bahnfreunde verfolgen den Abriss mit Wehmut. Auch wenn das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stehe, war es doch ortsbildprägend. Seebergens Bahnhof stellt über Generationen das Tor zur weiten Welt dar und war erster Anlaufpunkt für Besucher am Fuße des Seeberges.

Der Bahnhof ist 1912 errichtet worden. Wie Heinz Hildebrandt aus Seebergen weiß, habe es schon 1847 eine Bahnstation an der Strecke Erfurt-Eisenach geben. Diese habe aber mehr Richtung Cobstädt gelegen als Anschlusspunkt für beide Orte.

Bis in die neunziger Jahre hinein wohnten in dem Gebäude Bahnmitarbeiter, die Schranken und Gleisanlagen bedienten. Zu dieser Zeit gab es im Bahnhofshaus auch noch die Möglichkeit, Fahrkarten zu kaufen. Inzwischen ist bei der Deutschen Bahn, der das Gebäude gehört, ein neues Zeitalter angebrochen. Den Bahnübergang gibt es nicht mehr und Fahrkarten müssen am Bahnsteig gekauft werden. Die Wohnungen der Bahnmitarbeiter stehen ebenfalls seit der Jahrtausendwende leer. Wie der Rest des Gebäudes. Nun trennt sich der Konzern von Gebäuden entlang der ICE-Strecke. Jens Leffler (CDU), Bürgermeister der Gemeinde "Drei Gleichen" verweist auf den Nachbarort Wandersleben. Dort ist der Bahnhof an Privatleute verkauft worden und bewohnt. Ähnliches sei auch für Seebergen im Gespräch gewesen. Es habe im Gemeinderat Überlegungen für einen eigenen Jugendclub gegeben. Doch da das Gebäude sehr abseits liegt, sei der Vorschlag aus Sicherheitsgründen verworfen worden.

Die Idee, Wohnungsraum zu schaffen, wurde wegen dem Ausbau der ICE-Strecke aufgegeben. Zu einem Verkauf ist es nie gekommen. Selbst ein Angebot wurde zwischen Bahn und Gemeinde nicht diskutiert.

Inzwischen steht der alte Bahnhof seit 21 Jahren leer. Immer wieder habe es Vandalismus gegeben, so Gieße. Ungewohnt werde der Anblick am Bahnhof trotzdem für die Seeberger sein.

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