Studie: Lebensqualität in Jena ist deutlich höher als in Erfurt

Jena. In Thüringen ist Jena die Stadt mit der höchsten Lebensqualität. Und auch bundesweit nimmt Jena einen Spitzenplatz ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des renommierten Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Darin untersuchten Wissenschaftler die aktuellen Verhältnisse in den 100 größten Städten in Deutschland.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft sieht in Jena die Stadt in Thüringen mit der höchsten Lebensqualität. Foto: Sascha Fromm

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft sieht in Jena die Stadt in Thüringen mit der höchsten Lebensqualität. Foto: Sascha Fromm

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Mit Rang fünf in der Wertung liegt Jena weit vor anderen Thüringer Städten. So landete Erfurt auf Platz 51. Weimar steht auf Position 62 und Gera auf Position 82.

Die Wissenschaftler untersuchten unter anderem die Produktivität der Unternehmen, die verfügbaren Einkommen der Haushalte und den Energieverbrauch der Menschen.

Besonders beim Energieverbrauch schnitten die Städte in den neuen Ländern deutlich besser ab als die Kommunen in den alten Bundesländern. Dort fällt zum Beispiel der Stromverbrauch der privaten Haushalte jährlich um fast ein Fünftel höher aus als im Osten.

Steigende Energiepreise sind nach Ansicht der Kieler Forscher ein zusätzlicher Sparanreiz für die Zukunft.

In der Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft lagen nur Erlangen, Ulm, Heidelberg und Freiburg vor Jena. "Das sind alles überschaubare Universitätsstädte mit wenig sozialen Problemen", sagte der Mitautor Jonas Dovern gegenüber unserer Zeitung.

Jena verfüge gegenüber anderen ostdeutschen Städten über eine hohe Zahl an Forschungseinrichtungen sowie eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Darüber hinaus liege das Nettoeinkommen über dem ostdeutschen Durchschnitt, die Kin- derbetreuung sei sehr gut, so Dovern. Aber auch die vergleichsweise geringe Kriminalitätsrate spreche für Jena als lebenswerte Stadt.

Lediglich die noch immer geringere Wirtschaftskraft gegenüber vielen Städten der alten Länder habe eine noch bessere Platzierung Jenas verhindert.

"Ich bin stolz darauf, dass Jena so gut abgeschnitten hat", sagte Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter. Allerdings habe die Stadt dafür seit der Wende viel getan. So habe die Verwaltung in den Kultur- und Sozialbereich sowie in die Forschungslandschaft investiert.

Das zahle sich aus in einer niedrigen Arbeitslosigkeit, einer großen Zahl Studierender und einem Anstieg der Einwohnerzahlen, resümierte Schröter.

Das sind die Kriterien für gute Lebensqualität in Deutschland

  • In Jena arbeiten in Forschung und Entwicklung 30 Beschäftigte je 10.000 Einwohner. In Erfurt sind dies im Schnitt nur 2,9, in Weimar 2,5, in Gera 1,2.
  • Die Steuereinnahmen je Einwohner liegen in Jena mit 491,90 Euro deutlich über den Werten von Erfurt (394,80), Weimar (346,30) und Gera (346,10).
  • Bei der Versorgung mit Krankenhausbetten je 10.000 Einwohner kommt Jena auf 135,10. Gera rangiert dahinter (92,30), gefolgt von Weimar (85,80) und Erfurt (78,70).
  • Gera hat den geringsten Stromverbrauch in Thüringen: Der Verbrauch liegt bei 1390 Kilowattstunden je Einwohner, dicht gefolgt von Erfurt (1391). Jenas Bürger verbrauchen im Schnitt 1453 Kilowattstunden, die Weimarer 1838.