Von Otto I. und den Hersfeldern: Neue Stadtbroschüre vorgestellt

Arnstadt  Neue Broschüre zur Entwicklung der Stadt im frühen Mittelalter

Günter Röser (links) und Günter Baumann vom Verein „Stadtgeschichte Arnstadt“ mit der druckfrischen Broschüre die ab sofort zu haben ist. Foto: Robert Schmidt

Günter Röser (links) und Günter Baumann vom Verein „Stadtgeschichte Arnstadt“ mit der druckfrischen Broschüre die ab sofort zu haben ist. Foto: Robert Schmidt

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Stadtgeschichte ist nicht nur etwas für die reiferen Jahrgänge. Zwar sind Günter Röser und Günter Baumann beide jenseits der 60, hört man ihnen aber zu, wie sie über die neue Broschüre zum 750-jährigen Jubiläum der Verleihung des Stadtrechtes an Arnstadt „Von der Ersterwähnung auf dem Weg zur Stadt“ erzählen, dann könnten da auch zwei Zwölfklässler sitzen, die begeistert über die Summenregel der Integralrechnung reden.

Herausgegeben wird die Broschüre vom Verein „Stadtgeschichte Arnstadt“ – also von Röser, Baumann und fünf weiteren Mitstreitern. Am Freitag lagen die Exemplare noch in der Druckerei, ab sofort sind sie in der Stadtinformation und im Museum zu haben. Sie fasst das Kolloquium im April dieses Jahres über die Geschichte Arnstadts zusammen. „Wir wurden oft gefragt, ob man darüber nicht etwas machen könne, das man zum Nachlesen und Anschauen mit nach Hause nehmen kann“, so Vereinschef Röser. Gesagt, getan. Wie viele Stunden man dann in den letzten Monaten über den Manuskripten saß, wissen beide nicht mehr. Wie bei jedem Buchprojekt wurde verfasst, gut überlegt, gekürzt und „rumgerubelt“, wie Baumann es formuliert. Enthalten sind alle Vorträge und die Schautafeln des Kolloquiums – die Zeitspanne umfasst die Zeit von 704 nach Christus bis ins 13. Jahrhundert.

Zusammenarbeit mit den Schulen

Nachzulesen sind in dem kleinen Heft viele interessante Details. Etwa über Otto I., der 955 die Ungarn besiegte und danach eigentlich schon die Grundlagen für die europäische Einheit legte, wie wir sie heute kennen. Oder über die Hersfelder, die in Arnstadt nicht nur die Liebfrauenkirche bauten, sondern – genau wie in ihrer Heimat den Fluss Geis – anfingen, den Lauf der Weise zu verändern und damit das Stadtbild nachhaltig prägten. Positiver Nebeneffekt des Kolloquiums war übrigens auch, dass zwei der vortragenden Referenten und Professoren – Ernst-Erich Metzner aus Frankfurt am Main und Hiram Kümper von der Universität Mannheim – mittlerweile auch Mitglieder im Arnstädter Stadtgeschichts-Verein sind.

Apropos Schüler: Vier junge Leute der Boschschule arbeiten gerade an einer Belegarbeit über Arnstadts Geschichte, sie werden dabei von den Vereinsmitgliedern unterstützt. Im Mai nächsten Jahres soll es dann eine gemeinsame Präsentation des Ergebnisses geben. „Wir wollen verstärkt mit den Schulen der Stadt zusammenarbeiten, um junge Leute für die Geschichte Arnstadts zu interessieren“, so Röser und Baumann unisono. Nun hoffen beide, dass die Broschüre in Arnstadt und Umgebung reges Interesse findet. Mit Barthel-Druck hat man schon vorab vereinbart, dass man sie – bei Bedarf – dort jederzeit auch nachdrucken kann.

„Von der Ersterwähnung auf dem Weg zur Stadt“ vom Verein „Stadtge-schichte Arnstadt“ kostet 10 Euro