Weiteres Teilstück des Nessetal-Radweges offiziell eröffnet

Ein weiteres Teilstück des Nessetal-Radweges wurde gestern offiziell eröffnet. Die Durchgehende Fahrt von Erfurt bis Kindel rückt näher. Die Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Nessetal reichte den vollständigen Bauantrag für die Brücke über die Nesse ein.

Die Kinder der Gamstädter Kindertagesstätte "Tausendfüßler"sangen zur Eröffnung. Foto: Peter Riecke

Foto: zgt

Gamstädt. Zwei kurze asphaltierte Teilstücke eines Landwirtschaftsweges, die ausdrücklich auch für die Nutzung durch Fahrradfahrer angeboten werden, wurden gestern westlich des Erfurter Ortsteils Frienstedt und nordöstlich der Häuser von Gamstädt offiziell verbunden.

Eigentlich wurden das erste Teilstück von der Erfurter Stadtgrenze rund 550 Meter nach Frienstädt schon 2010 und das zweite, rund 750 Meter lange Stück in die Ortschaft Gamstädt hinein bereits 2011 fertiggestellt. Doch für die Eröffnung bot sich erst ein Termin im Frühjahr an, denn viele wollten kommen. So hatten sich am gestrigen Vormittag neben Gothas Landrat Konrad Gießmann (CDU) auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD), die Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaften Mittleres Nessetal und Nesseaue Cornelia Frohn und Arndt Schulz, Bürgermeister, Ortschafts- und Ortsteilbürgermeister, Gemeinderäte, Planer und Baufachleute eingefunden.

Die drei- bis sechsjährigen Kinder aus der Gamstädter Kindertagesstätte "Tausendfüßler" hatten nicht nur ihre Maskottchen, ein solches extrem langes Kuscheltier, sondern auch fleißig einstudierte Lieder mitgebracht. Von der Landgemeinde Nesse-Apfelstädt, zur der die Ortschaft Gamstädt gehört, gab es eigens in Neudietendorf im Kühlschrank zwischengelagerte Schokoladen-Osterhasen und Landrat Konrad Gießmann übergab zwei neue Kinder-Roller, die sie sogleich auf dem neuen Radweg unter dem Beifall all der Erwachsenen ausprobierten. Einige der Kinder könnten schon Fahrradfahren und Roller oder Dreiräder benutzten sie alle, versicherten die Kindergärtnerinnen.

Andreas Bausewein freute sich, dass die Baukosten im überschaubaren Rahmen blieben. Erfurt steuerte 70 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung bei und ergänzte mit 20 000 Euro Eigenmitteln. Im Stadtgebiet Erfurt, so der Oberbürgermeister, kämpfe man um jeden Meter Radweg. Konrad Gießmann betonte schmunzelnd, dass nun Erfurt auch für Radtouristen wieder ein Stück näher an den Landkreis Gotha gerückt sei. Bürgermeister Christian Jacob dankte in seiner Begrüßungsansprache für die Landgemeinde Nesse-Apfelstädt den anwesenden Fachleuten für ihr Engagement. Dann schritt man zum Banddurchschnitt.

Auch Bernhardt Göring von der Agrargenossenschaft Gamstädt stand lächelnd am Radwegrand, als Andreas Bausewein eine zweistündige Ansprache ankündigte, sich dann jedoch auf wenige Minuten beschränkte. Da auch der Ausbau eines einst unbefestigten Feldweges zum drei Meter breiten Landwirtschafts- und Radweg einen Eingriff in die Natur bedeutet, für den heutzutage Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben sind, hatte sein Unternehmen ein Landstück passender Größe erworben, aus dem ein Feuchtbiotop wurde.

Mit dem Lückenschluss von Frienstedt nach Gamstädt wird der Nessetal-Radwanderweg erweitert. Noch fehlen Teilstücke von Molschleben bis Warza. Doch wer ein paar wenige bequeme Umwege in Kauf nimmt, könnte schon heute vom Domplatz in Erfurt bis zum Flugplatz Kindel bei Eisenach über 50 Kilometer mit dem Fahrrad fahren und würde nur auf wenigen Teilstücken motorisiertem Verkehr begegnen. Über eine Million Euro wird das Gesamtvorhaben kosten. Der größte Teil sind Fördermittel auch aus europäischen Programmen.

Nach Ostern beginnt auch das Baugeschehen östlich von Warza. Auch eine Brücke östlich von Warza wird gebraucht. Hierfür hat die federführende Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Nessetal kürzlich den Bauantrag eingereicht. Es besteht Hoffnung, im Dezember 2014 mit allem fertig zu sein.

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