Wieder Schafe gerissen: Staatssekretär - notfalls Wolf erlegen

Ohrdruf  Erneut hat es Angriffe auf Schafe nahe des Standortübungsplatzes Ohrdruf gegeben. DNA-Analysen sollen klären, ob es ein Wolf war. Extra bestellte Schutzzäune zeigten wenig Wirkung.

Wieder hat es einen Angriff auf Schafe nahe des Standortübungsplatzes in Ohrdruf gegeben. Symbol-

Wieder hat es einen Angriff auf Schafe nahe des Standortübungsplatzes in Ohrdruf gegeben. Symbol-

Foto: Sascha Fromm

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Zwei tote Schafe und eine Ziege, die in den Hals gebissen wurde. Das ist die Bilanz eines erneuten Angriffs auf Nutztiere nahe des Standortübungsplatzes Ohrdruf.

Die Tiere gehören der Genossenschaft Agrarprodukte Schwabhausen. Schäfer Gerd Steuding berichtet am Freitag von zwei getöteten Herdbuchtieren, die für die Zucht vorgesehen waren.

Kollegen wie der jüngst betroffen Alf Schmidt beklagen den Mehraufwand für Nachtpferche, Tierverluste in der Reproduktion, da Schafe unter Stress nur ein Lamm zur Welt bringen und verweisen auf den Beitrag der Schaf- und Ziegenhaltung für den Natur- und Artenschutz. Bis Herdenschutzhunde wirksam würden, verginge viel Zeit.

Am 31. August hatte es ein Spitzengespräch im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz mit dem Landesverband der Schafzüchter gegeben. Notfallsets mit erhöhten Schutzzäunen wurden ausgeliehen. Ein Runder Tisch zum Thema Wolf soll in den nächsten Wochen regelmäßig zusammen kommen.

Das Ministerium bestätigt auch den jüngsten Vorfall. Ein Rissgutachter sei unterwegs, um Genproben zu entnehmen und festzustellen, ob erneut ein Wolf zugebissen hat. „Wir nehmen den Vorfall sehr ernst. Wir müssen jetzt genau prüfen, wie die Vorgaben des Wolfkompetenzzentrums beim Schutzzaun umgesetzt wurden. Wenn zweifelsfrei feststeht, dass die Wölfin den besonderen Schutzzaun mehrfach überwindet, kann auch ein Abschuss gerechtfertigt sein“, erklärt Staatssekretär Olaf Möller (Grüne).

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