ZDF-Moderator Böhmermann knöpft sich Thüringen vor

Erfurt  Der ZDF-Moderator Jan Böhmermann thematisiert in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ Thüringen. Gut kommt der Freistaat dabei nicht weg.

Der Satiriker Jan Böhmermann hat sich in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ dem Bundesland Thüringen angenommen. Archiv-

Der Satiriker Jan Böhmermann hat sich in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ dem Bundesland Thüringen angenommen. Archiv-

Foto: Oliver Berg/dpa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Jan Böhmermann hat Thüringen einen satirischen Beitrag in seiner Fernsehsendung „Neo Magazin Royale“ gewidmet. Der Einspieler beginnt recht harmlos, indem er die wohl in jedem Dörfchen, Städtchen und Bundesland anzutreffende Selbstüberschätzung auf die Schippe nimmt. Und Musiker Clueso darf dazu schwärmen, dass Freunde von ihm Erfurt nicht selten mit der Idylle der Toskana vergleichen. „Klar, Erfurt und Florenz sind bei Nacht mit bloßem Auge kaum zu unterscheiden“, scherzt Böhmermann.

Doch der Moderator malt mit den Witzen über die fast schon sympathische Kleinstaaterei nur die Grundierung für sein überspitztes Bild eines tiefbraunen Thüringens. Denn das Bundesland stehe eben auch für Rechtsrock-Konzerte, NSU und Nazi-Aufmärsche, so Böhmermann. Dazu zeigt er Filmsequenzen von grölenden Besuchern eines Rechtsrock-Festivals in Themar.

Böhmermann bemerkt mit einem Augenzwinkern, dass anscheinend niemand etwas unternehmen könne, um es zu verbieten. Doch steht zumindest nach der Lesart des Verwaltungsgerichts Meiningen das Recht auf der Seite der Veranstalter. Änderungen im Versammlungsrecht werden derzeit diskutiert. Parodiert werden von Böhmermann auch die unrühmliche Rolle des Thüringer Ex-Verfassungsschutzpräsidenten Helmut Roewer im NSU-Fall sowie Ministerpräsident Bodo Ramelow, der nach Aussage des Moderators wohl lieber Pilze fotografiere, als die Probleme anzugehen.

Die Macher der Sendung teilten auf Twitter mit, dass Ramelows Profil seit der Ausstrahlung deren Account blockiert. Das bedeutet, dass sie von den Aktivitäten des Ministerpräsidenten auf Twitter ausgeschlossen sind.

Ein Sprecher Ramelows sagte zum Beitrag nur: „Wir haben ihn zur Kenntnis genommen.“ Und Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) reagiert via Facebook selbst mit Satire und Ironie: „Quote gibt‘s nur, wenn Jan den Blick stur auf‘s Trübe richtet“.

youtube
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.